Adieu, 2014, hallo, 2015!

30 Dezember 2014

Und wieder einmal ist ein Jahr rum. Kaum zu glauben; vor allem die letzten paar Wochen sind in einem dermaßen irrsinnigen Tempo vorbeigerast, dass dieses schrecklich modische Wort der "Entschleunigung" mir mittlerweile doch ganz sympathisch geworden ist. Nun, Zeit für den traditionellen Jahresrückblick an dieser Stelle. Leider war 2014, zumindest in meiner persönlichen Wahrnehmung, nicht so ein besonderes, erfolgreiches Jahr wie 2013. Das liegt zum einen daran, dass gerade das zweite Halbjahr mit unnötigen Nervereien, beruflichen Rückschlägen und privaten Turbulenzen aufwartete, auf die man lieber verzichtet; zum anderen fehlte diesmal ein zentrales Ereignis wie die Rockoper "Ein Lied von Freiheit", die quasi mein ganzes Jahr 2013 bestimmt hatte. Erfreulicherweise haben wir es trotz aller zeitlichen und finanziellen Limitierungen geschafft, rechtzeitig für die Wiederaufnahme im Consol Theater im Mai eine CD zu diesem Stück herauszubringen, wenn auch erstmal nur eine EP mit fünf Songs und diversen Bonustracks. Mal sehen, wie es damit weitergeht - natürlich steht eine Gesamtaufnahme immer noch ganz oben auf meiner To Do-Liste, allerdings muss dafür erstmal Kapital aufgetrieben werden.
Abgesehen davon durfte ich viele schöne, abwechslungsreiche Konzerte erleben und gemeinsam mit großartigen Künstlern und fabelhaften Musikern auf der Bühne stehen. Allen Kollegen sowie auch den entsprechenden Teams, die vor und hinter der Bühne für den reibungslosen Ablauf sorgen und sich ebenso durch fachliche Kompetenz auszeichnen wie durch die Tatsache, dass es durchweg nette Menschen sind, mit denen man auch gern nach der Show noch ein Bier trinken geht, danke ich sehr herzlich für die Zusammenarbeit in diesem Jahr und freue mich auf alle weiteren musikalischen Abenteuer, die vor uns liegen!
Abgesehen von diesen Highlights lässt sich das Jahr 2014 mit dem Begriff "business as usual" ganz gut zusammenfassen, was natürlich nicht zwingend im negativen Sinn gemeint ist: Neben den zahlreichen Konzerten und der CD-Produktion zu "Ein Lied von Freiheit" durfte ich noch ein paar letzte Gigs mit meinem Soloprogramm "Weiter geh'n" bestreiten; die Arbeit mit meinen Chören trug, gerade zum Jahresende hin, wieder sehr schöne Früchte mit diversen erfolgreichen Konzerten, meine musikpädagogischen Projekte wurden mit guten Ergebnissen fortgeführt - also alles fein in diesem Bereich. Schade ist, dass ich es schlicht und einfach aus zeitlichen Gründen nicht geschafft habe, aus meinen zahlreichen angesammelten Ideen und Skizzen neue Songs zu entwickeln für eine dritte Solo-CD (die natürlich auch erstmal finanziert sein will). Tatsächlich habe ich, abgesehen von einem zusätzlichen Song für die Rockoper, einer Handvoll Stücke für meine Schulprojekte und ein, zwei Auftragsarbeiten in 2014 kein einziges neues Lied geschrieben. Das ist eine Entwicklung, die mir zu schaffen macht und an der ich 2015 verstärkt arbeiten möchte. Bei aller berechtigten und angebrachten Freude über die gute Auftragslage, für die ich dankbar bin, da ich immerhin mit der Musik meine Familie ernähren kann - es kann, sollte und darf nicht immer nur darum gehen, das Geld für die nächste Miete verdienen zu müssen. Dafür bin ich nicht angetreten. 2015 soll also wieder mehr meine eigene Musik im Fokus stehen - so der Plan. Mal sehen, ob er sich verwirklichen lässt...
Was steht sonst an? Neben der Fortführung der Tourneen "Hollywood Nights" und "Jan Ammann: Farbenblind" direkt in den ersten Wochen des Jahres warten einige spannende neue Live-Programme, bei denen ich mitwirken darf und auf die ich mich sehr freue. Bis in den Juni hinein bin ich komplett ausgebucht; auch danach reichen die Termine bis zum Jahresende - ein Status Quo, der in unserem Beruf nicht immer selbstverständlich ist. Ein besonderes Highlight steht sicher mit dem 20. Geburtstag meines Chores St. Barbara Gospel an, ein Jubiläum, das wir mit mehreren Veranstaltungen und der einen oder anderen Überraschung natürlich gebührend feiern werden. Darüberhinaus freue ich mich auf die Fortsetzung der bisherigen Arbeit in allen Tätigkeitsbereichen, auf Wiedersehen mit zahlreichen Sängern und Musikern, die längst zu lieben Freunden geworden sind, auf neue Kontakte und Kooperationen und natürlich immer wieder auf den Dialog mit unserem Publikum, egal in welcher Konstellation oder mit welchem Programm wir gerade unterwegs sind.
In diesem Sinne danke ich abermals allen Besuchern dieser Website für ihr Interesse an meiner Arbeit sowie allen Kollegen und Partnern für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Ich wünsche Euch und Ihnen allen ein glückliches, erfolgreiches und gesundes Neues Jahr 2015! Kommt gut rüber - wir sehen uns "somewhere down the road"!

Merci, Udo!

22 Dezember 2014

Die Nachricht vom plötzlichen und unerwarteten Tod von Udo Jürgens hat mich gestern, wie so viele Menschen, geschockt und erschüttert. Natürlich kann man einwenden, dass er immerhin 80 Jahre alt gewesen sei und die verbleibende Zeit in so einem Alter nun einmal limitiert ist. Dennoch: Wer diesen großen Künstler, Musiker und Entertainer, wie ich, noch vor wenigen Wochen auf seiner letzten Tour (die, im Nachhinein etwas bitter-ironisch, unter dem Titel "Mitten im Leben" stattfand) erleben durfte, hätte niemals damit gerechnet, daß dieser Mann so plötzlich nicht mehr da sein würde. Er war körperlich und geistig fit, gut bei Stimme, schaffte es nach wie vor spielend, die großen Hallen zu bespielen und die Menschen zu unterhalten. Für ihn wahrscheinlich ein Segen, so abtreten zu dürfen: Kurz und schmerzlos, ohne Siechtum, ohne Vorwarnung, auf der Höhe des Erfolges. Welch ein Schock jedoch für die Angehörigen, für die Fans, auch für die Kollegen, die mit ihm arbeiten durften und noch vor wenigen Tagen neben ihm auf der Bühne standen.
Udo Jürgens und seine Musik haben mich mein ganzes Leben begleitet. Wenn ihn jemand als "Schlagersänger" abgetan hat, bin ich immer fuchsteufelswild geworden. Natürlich hat er, von Anfang an und bis heute, auch Schlager geschrieben. Teilweise (besonders früher) wirklich sehr seichte Exemplare ihrer Gattung. Größtenteils waren diese Lieder aber auch einfach nur deshalb als Schlager zu bezeichnen, weil dieser Begriff in seiner positivsten Bedeutung auf sie zutraf: Lieder, die viele Menschen erreichten und von vielen Menschen geliebt wurden, die ins allgemeine Kulturgut eingingen und die praktisch jeder kennt. Udos Musik war aber immer auch sehr viel mehr: Sie profitierte von seiner gründlichen Ausbildung, von seinem fundierten musikalischen Verständnis. Selbst seine größten Hits sind von ihrer Musikalität, von ihrer kompositorischen, handwerklichen Qualität her meilenweit entfernt von dem Drei-Akkorde-Durchschnittsquark, der heute allgemein unter "Schlager" subsummiert wird. Das konnte vielleicht nicht jeder benennen und analytisch begründen - aber man spürt den Unterschied. Deshalb mögen auch viele Leute die Lieder von Udo Jürgens, die sonst dem Schlager überhaupt nichts abgewinnen können. Für mich war Udo in erster Linie ein Chansonnier, der live die Entertainer-Qualitäten aufwies, wie man sie von den amerikanischen Größen des Genres kannte (für die Jürgens in seinen jungen Jahren auch komponierte) - Sammy Davis Jr., Frank Sinatra. In der deutschsprachigen Musik fällt mir niemand ein, der ähnlich elegant, charismatisch und musikalisch versiert in diesem Genre unterwegs war. Seine Chansons lebten nicht nur von den hochwertigen Kompositionen, dem Melodienreichtum oder der harmonischen Eloquenz, sondern auch von den Texten, die stets verständlich und zugänglich in den Formulierungen, im Gehalt aber oft tiefsinnig, nachdenklich, auch satirisch waren. Udo Jürgens arbeitete mit einigen der besten Liedtexter zusammen; selbst in "Schlagern" wie "Aber bitte mit Sahne", "Griechischer Wein" oder "Ein ehrenwertes Haus" nahm er Mißstände unserer Gesellschaft mal ernst, mal karikierend aufs Korn. Am meisten geliebt habe ich ihn aber immer für seine offen politischen Lieder, für Stücke wie "Fünf Minuten vor zwölf", "Gehet hin und vermehret euch" etc. Eines seiner (meiner Meinung nach) schönsten Lieder ist auf seinem jüngsten, nun leider letzten Album erschienen: "Zehn nach elf" fängt die Stimmung des Musikers unmittelbar nach einem Konzert so perfekt ein wie sonst vielleicht nur Reinhard Meys "Leb wohl, adieu, gute Nacht".
Obwohl ich Udo Jürgens nie persönlich kennenlernen durfte, ist er mir in den letzten Jahren doch auch persönlich näher gerückt: Zahlreiche Sänger und Musikerkollegen, mit denen ich spielen durfte und darf, haben, bei Konzerten oder seinem Musical "Ich war noch niemals in New York", mit ihm gearbeitet. Ihnen allen gilt, ebenso wie der Familie und den Freunden von Udo Jürgens, mein aufrichtiges Mitgefühl. Adieu, Udo, danke für Deine Lieder, die so vielen Menschen so viele schöne Stunden geschenkt und ihnen Mut gegeben haben. Auch wenn ein großes Lebenswerk bleibt: Du wirst fehlen. Immer.

Atemholen

20 Dezember 2014

Was ich an der Weihnachtszeit früher immer so mochte, war das Gefühl der Entschleunigung: Als Kind kann man es sowieso nicht abwarten, bis endlich Heiligabend mit der Bescherung da ist, deshalb dehnten sich die Adventswochen stets zu einer schier endlos langen, aber dennoch mit Vorfreude und schönen Erlebnissen angefüllten Zeit. Einem Erwachsenen ist diese Sicht natürlich längst abhanden gekommen. Dennoch habe ich mich imnmer bemüht, die Zeit vor Weihnachten und um die Feiertage herum soweit wie möglich stress- und terminfrei zu halten (für einen Berufsmusiker natürlich ein ambitioniertes Ziel...), um diese Wochen gemeinsam mit meiner Familie genießen zu können. Mit meiner Stieftochter habe ich diese Jahreszeit nochmal neu entdecken können. Dieses Jahr hat es sich mal wieder so ergeben, dass sich für den Dezember verhältnismäßig wenig Termine angesammelt hatten, so dass ich mich nach längerer Zeit auf eine entspannte Adventszeit gefreut hatte. Haha. Bei fast allen "Baustellen", die sich im Moment auf meinem Schreibtisch zur Vorbereitung der Projekte des kommenden Jahres tummeln, hat sich irgendein Stressfaktor ergeben, private Turbulenzen kamen hinzu, und schwups - schon haben wir das vierte Adventswochenende. Wo ist die Zeit geblieben? Wie schnell gehen bitteschön drei Wochen um? Jetzt aber: Die nächsten zwei Wochen ziehe ich mich (weitestgehend) aus dem Alltagstrubel raus, nur wenige Proben sind zu absolvieren, nur wenige Dinge zu erledigen. Was freue ich mich darauf. Mal wieder die Instrumente einfach nur so zum Spaß in die Hand nehmen. Noten schreiben nur, wenn mich die ultimative Songidee anspringt. Zeit für meine beiden Frauen und Zeit für mich. Dasselbe wünsche ich auch Euch allen. Es gibt Wichtigeres als den Job, das Konto, die Karriere. Wir müssen uns "nur" die Zeit dafür nehmen. Ich werde für die nächsten zwei Wochen diesbezüglich mein Bestes geben.

Kurze Live-Pause

11 Dezember 2014

Jetzt sind die letzten Live-Auftritte für dieses Jahr auch schon wieder vier Tage her. Aber was für Auftritte das waren! Gratulation an meine beiden Chöre "St. Barbara Gospel" und "Gospel After Eight", die mit zwei Konzerten open air bei schmuddeligstem Wetter Power und Freude an der Musik verbreitet haben, so dass die Leute (am verkaufsoffenen Adventssonntag!) stehengeblieben sind und trotz unerbittlichen Regens zugehört haben. Das hat großen Spaß gemacht - kleine Fehler sind mir persönlich völlig egal, auch Profis spielen bzw. singen in den seltensten Fällen fehlerfrei, sie können es nur besser verstecken. Wie lautet doch das schöne, Beethoven zugeschriebene Zitat? "Eine falsche Note zu spielen ist unwichtig, aber ohne Leidenschaft zu spielen, ist unverzeihlich!" Und in dieser Hinsicht gibt es bei meinen besagten zwei Chören diesmal rein gar nichts zu verzeihen. Gut also, dass das Live-Jahr 2015 ebenso beginnen wird, wie das Live-Jahr 2014 endete: Mit einem Chorkonzert (siehe Termine auf der Hauptseite). Auch wenn ich jetzt mal für ein paar Wochen nicht öffentlich spiele, habe ich genug zu tun, um mir die Langeweile zu vertreiben: Arrangieren, bis die Tasten qualmen, Vorbereitung der anstehenden Tourneen im Januar und Februar, CD-Rezensionen schreiben... Ich hoffe, zumindest die geplante Pause um die Feiertage herum einhalten zu können. Im Moment weiß ich mal wieder nicht, wo mir der Kopf steht, aber auch das ist ein Zustand, an den man sich gewöhnt. ;-)

Adventszeit

04 Dezember 2014

Ich gebe es zu: Ich bin ein totaler Weihnachtsfan. Das hat man mir auch schonmal zum Vorwurf gemacht, von wegen bekennender Atheist sein, aber Weihnachten feiern und so. Nun ist es ja nicht gerade so, dass die katholische Kirche das Weihnachtsfest erfunden hätte. Nein, da gab es doch schon lange vorher ein heidnisches Wintersonnenfest... aber das ist mir alles letztlich auch wurscht. Ich mag diese Zeit einfach, vor allem das Innehalten, den Blick zurück und nach vorn, die ruhigen Momente mit der Familie. In den letzten Jahren kamen diese Seiten der Adventszeit deutlich zu kurz bei uns, da sich bei mir (wie regelmäßig bei vielen Musikern) in diesem Monat die Termine häuften. Dieses Jahr ist es endlich mal wieder etwas ruhiger im Dezember, zumindest, was die Spieltermine angeht. Meine letzten beiden Gigs 2014 stehen am kommenden Wochenende an. Dafür stapelt sich die Arbeit auf dem Schreibtisch, Projekte für das kommende Jahr wollen vorbereitet, Arrangements geschrieben werden... Momentan merke ich noch nichts von einer im Gegensatz zu den Vorjahren entspannteren Vorweihnachtszeit, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Zumindest rund um die Feiertage werde ich mich definitiv ausführlich meiner Familie widmen, die mich schon viel zu oft "ausleihen", damit ich irgendwo spielen kann. Schließlich geht es ja direkt ab Januar wieder los mit der Fortsetzung der Hollywood Nights- und Farbenblind-Tourneen. Zahlreiche weitere Live-Termine für 2015 gebe ich bekannt, sobald es die offiziellen Ankündigungen seitens des Veranstalters gibt und der Vorverkauf eröffnet ist. Ich freue mich schon auf viele spannende, tolle Aufgaben im nächsten Jahr. Aber bis dahin wünsche ich allen Besuchern dieser Website eine besinnliche, möglichst stressfreie und entschleunigte Adventszeit. Genießt die ruhigen Stunden, allein oder mit den Lieben - Trubel, Druck und Ärger kommen schnell genug wieder.

Danke und bis bald

26 November 2014

Und schon ist das letzte größere Konzert in diesem Jahr für mich auch schon wieder Geschichte. Was für ein grandioses Hollywood Nights-Konzert das mit unserer Sound of Music-Concerts-Tourfamilie war - es fühlte sich kein bißchen so an, als hätten wir seit Januar mit diesem Programm pausiert. Wie gut, daß es diesmal nicht so lang dauert bis zur Fortsetzung im Januar und Februar 2015! Ich freue mich schon jetzt auf das Wiedersehen mit Solisten, Band und Team. Ich habe es richtig genossen, mal wieder für einen Tag auf Tour zu sein, mitten in einer anstrengenden, fordernden Schreibtischphase. Früher dachte ich ja mal, ich könnte damit glücklich werden, nur zu komponieren und auf das Live-Spielen zu verzichten. Heute möchte ich diese Zweigleisigkeit keinesfalls missen. So ein Gig, vor allem mit einem so tollen Team und einer hervorragend aufeinander eingespielten Band, wirkt wie eine Frischzellenkur - besonders, wenn dann auch noch das Publikum, so wie gestern in Leonberg, von den ersten Takten an mitgeht und alle auf der Bühne mit seiner Begeisterung trägt und anfeuert. In diesem Sinne: Ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen mit Euch, Ihr Lieben! Danke Euch für das wunderbare gemeinsame Musik machen!

Alte Zeiten

23 November 2014

Hin und wieder bemühe ich Google, um herauszufinden, was aus früheren Studienkollegen geworden ist, zu denen ich seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Neulich habe ich stattdessen mal online nach meinen "alten" Dozenten gesucht. Einige unterrichten immer noch an derselben Wirkungsstätte, andere sind an verschiedenste Hochschulen "ausgewandert". Und ein paar sind schon tot. Darunter, diesen Sommer plötzlich und unterwartet verstorben, ausgerechnet einer meiner Lieblingsdozenten, der nicht nur sehr unterhaltsame, (ungewöhnlicherweise für den deutschen Hochschulbetrieb!) nicht von akademischen Scheuklappen lahmgelegte Seminare abhielt - mit ihm habe ich auch als Vertreter der Studierenden für den Erhalt der Musikwissenschaft an der Ruhr-Universität gekämpft und, als das nicht mehr möglich war, für die Übersiedelung des Fachbereichs an die Folkwang Hochschule. Vor allem aber haben wir auf so mancher Fakultätsfeier so manches Glas geleert und nachts zu später Stunde abwechselnd in die Tasten des Flügels gegriffen. Seine Kreisler-Chansons bleiben mir immer in Erinnerung. Traurig, dass dieser großartige Dozent und liebenswerte Mensch so früh gehen musste. Dass mein von Hochschulpolitik und Kompetenzgerangel verkorkstes Studium nicht ausschließlich negative Erinnerungen hinterlassen hat, ist vor allem auch ihm zuzuschreiben. Danke für alles!

Blog

09 November 2014

Manchmal bin ich drauf und dran, diesen Blog einzustellen. Oft, wenn ich über ein bestimmtes Thema schreiben möchte, frage ich mich, wen es überhaupt interessiert, was ich dazu zu sagen habe? Oder, anders gesehen: Wen geht es etwas an, was ich zu diesem oder jenem Thema denke? Ist so ein Blog nicht eigentlich etwas, was Spaß machen sollte - aber da man nicht so regelmäßig zum Verfassen von Updates kommt, wie man möchte, setzt man sich schon wieder mal selbst unter Druck: "Ich müsste dringend mal wieder einen Blogpost schreiben"? Und dann gibt es ja noch Facebook und Twitter (die ganzen restlichen Social Networks boykottiere ich schon) - wer hat eigentlich die Zeit, dort ständig präsent zu sein? Es gehört in dieser schrägen, manchmal total bescheuerten, übertechnisierten Welt leider mittlerweile dazu, ständig viral und präsent und überhaupt zu sein. Vor allem in meinem Beruf ist das Networking heute wichtiger denn je, und die diversen Plattformen sind mittlerweile zu wichtigen (den wichtigsten?) Werbekanälen geworden. Also: In den sauren Apfel beißen, bis zu einem gewissen Grad mitspielen, schön online über den neuesten Stand der Dinge informieren (wobei das Seltsame ja ist, dass es keinen Menschen zu interessieren scheint, wenn man über eine tolle berufliche Entwicklung berichtet, aber ein beknacktes Bild vom eigenen Weihnachtsbaum wird massenweise geliked...). Aber reicht das nicht? Muss ich mir auch noch den Stress antun, halbwegs regelmäßig diesen Blog weiterzuführen? Eigentlich schon. Aber: Ich tue das in erster Linie für mich selbst. Beim Schreiben dieser kurzen Einträge hier komme ich auch mal dazu, ganz für mich über bestimmte Dinge nachzudenken, mir über meine Position(en) klarzuwerden, mich mit Themen auseinanderzusetzen, die mich zwar beschäftigen, aber ansonsten im hektischen Alltagsdauerlauf an den Rand gedrängt werden. Im Prinzip die klassische Funktion des guten, alten Tagebuchs (was ich nie wirklich geführt habe - manchmal ärgert mich das). Ich weiß aber auch, dass es einige wenige regelmäßige Leser dieses Blogs gibt, die mit meinen Gedanken etwas anfangen können. In der Regel sind das die Menschen, die auch meinen Liedern gegenüber aufgeschlossen sind und zu meinen Konzerten kommen. Oder Kollegen, mit denen man auf diesem Wege auch in eine Kommunikation eintreten kann, die bei der Proben- bzw. Tourarbeit keinen Platz findet. Auf diesem Weg möchte ich also einmal allen danken, die hier mitlesen und sich mit meiner Arbeit, meinen Meinungen und meinen Gedanken beschäftigen! Ich hoffe, wir sehen uns bald auch wieder im "richtigen" Leben, auf Tour, im Konzert, wo auch immer!

Gospel

04 November 2014

Neulich fragte mich eine liebe Kollegin, ob ich an Gott glaube. Schließlich leite ich zwei Gospelchöre. Als ich diese Frage verneinte (ich bin nicht religiös, schon gar nicht im institutionellen, kirchlichen Sinn), hakte sie nach, ob ich dann diese Art von Musik glaubhaft und aufrichtig betreiben könne. Eine durchaus berechtigte Frage, wie ich finde.
Nun, auch wenn ich nicht an einen Gott glaube, erst recht nicht, wenn mir irgendeine selbsternannt alleinseligmachende Doktrin vorschreiben will, wie ich zu glauben habe, bin ich doch durchaus ein spiritueller Mensch. Wenn man so will, ist Musik meine Religion. Für mich kann ein gutes Stück Musik (gleich welchen Genres) Gebet, Feier, "Gottesdienst" und noch viel mehr sein. Ich habe im Laufe meiner langjährigen Beschäftigung mit den unterschiedlichsten Musikformen, ob Klassik oder populäre Musik, immer wieder festgestellt, dass religiöse bzw. spirituelle Themen oder Anlässe oft Komponisten und Musiker zu Höchstleistungen anspornen oder zu einigen ihrer besten Werke inspirieren. Ich denke hier an das Requiem von Mozart, an die geistlichen Kompositionen von Verdi, an Wagners "Parsifal", an Bruckners Sinfonien. Mit dem Gospel ist es ganz ähnlich: Er gehört in seiner Ursprungsform zu den Wurzeln der Rockmusik, er ist eine Verbindung spiritueller (ich finde dieses Wort einfach treffender und universeller als "religiös") Inhalte mit populärer Musik. Rhythmus, Drive, Groove, Harmonie drücken eine Lebensfreude aus, die regelrecht kathartische Wirkung hat.
Ich bin als Musiker immer wieder auf der Suche nach diesen magischen Momenten, in denen beim gemeinsamen Musizieren Zeit und Raum aufgehoben werden, wo plötzlich so etwas wie eine übergeordnete Wirklichkeit entsteht. Wo man sich anschließend im Proberaum oder auf der Bühne ungläubig anschaut und freudig fragt: "Was war denn das jetzt?" Diese Momente sind nicht häufig, man kann sie nicht erzwingen, aber man ist immer auf der Suche danach. Und einige dieser Momente konnte ich mit Gospelmusik erleben. Egal, ob ich sie mit Laien oder mit Profis betrieben habe. Gerade Laien lassen sich durch diese Art von Musik leicht für das Singen begeistern und mitreißen. Und dann kommen auch manchmal die Energie und der Groove von ganz allein... Auch auf das Publikum haben diese Songs, diese Rhythmen und Melodien eine unvergleichliche Wirkung. Selten erlebe ich bei Konzerten eine ähnliche Euphorie wie bei Auftritten mit meinen Gospelchören. Das überträgt sich auf alle Mitwirkenden - und auch ich stelle oft fest, dass ich nach neunzig Minuten Gospel oft ausgepowerter bin als nach drei Konzertstunden in anderen Genres, obwohl ich mich jedesmal, gleich welche Stilrichtung, gleich welcher Anlass, egal ob großes Konzert oder kleiner Gig, gleich stark ins Zeug lege. Letztlich habe ich schon mehrfach erlebt, dass ich nach anstrengenden, harten Tagen, an denen alles schiefging, an denen man sich am liebsten im Bett verkriechen und ins Kissen beißen würde, eine Gospelprobe abgehalten habe - und anschließend sah die Welt ganz anders aus, und wenn nur für ein paar Stunden. Kathartische Wirkung, s.o. Vielleicht gibt es ja doch einen Gott - und er ist Sänger...?

Castings

25 Oktober 2014

Manchmal fühle ich mich ja schon ein bisschen wie Dieter Bohlen. Nein, nicht weil ich plötzlich Lieder mit nur drei Akkorden schreiben und damit stinkreich werden könnte, sondern, weil auch ich hin und wieder, berufsbedingt, in der Jury von Castings sitzen muss. Das macht manchmal durchaus Freude, wenn man tolle junge Talente entdecken kann, oft ist es aber auch nur etwas nervig. Schließlich muss man ja auch bei den seltsamsten Darbietungen noch freundlich und motivierend sein (dass unterscheidet mich dann wieder von Herrn B.).
Erst neulich wieder: Wir (d.h. Musicaldarstellerin Michaela Schober, der Chorvorstand und ich) haben Castings veranstaltet, um den Sound of Music-Chor zu verstärken. Dieser Chor hat sich in den vergangenen drei Jahren einen guten Ruf erarbeitet, aber wir wollen ihn auf eine noch professionellere Spur bringen, dafür sorgen, dass er noch besser wird. Viele der Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zum Vorsingen getraut haben, haben jede Menge Talent mitgebracht. Das allein ist aber noch nicht alles: Musikalische Grundkenntnisse sind in diesem Chor Voraussetzung, die Sänger müssen ihre Parts im Vorfeld der Proben eigenständig vorbereiten können. Desweiteren muss man natürlich immer schauen, ob jemand auch menschlich und von seinem generellen Auftreten her zum Chor passt. Dabei sind wir bewusst immer sehr freundlich geblieben, haben alle Fragen beantwortet, uns für alle Kandidaten ausgiebig Zeit genommen. Die Ergebnisse haben wir am nächsten Tag (damit niemand lange warten muss) per E-Mail verschickt. So weit, so gut. Ein paar Aspiranten haben wir (aus unterschiedlichen Gründen) auch absagen müssen.
Und dann bekommt am nächsten Tag unser Vorstand auf diese Absagen hin von gewissen Bewerberinnen dermaßen giftige, beleidigende Mails, dass es schon wirklich nicht mehr nachvollziehbar ist. Wie man dermaßen ausfallend werden kann, entzieht sich meinem Verständnis. Wenn man zu einem Casting geht, muss man doch damit rechnen, dass man eventuell auch nicht genommen wird. Plötzlich wird der ganze Chor bösartigst niedergemacht, dem man am Tag zuvor noch unbedingt angehören wollte. Dem gesamten Vorstand und dem künstlerischen Leitungsteam wird jegliche Kompetenz abgesprochen. Ist ja auch klar, deswegen arbeiten wir ja auch schon seit vielen Jahren im professionellen Musicalgeschäft, weil wir absolut keine Kompetenzen haben. Witzigerweise kommen diese erbosten Mails von denen, die beim Vorsingen das ganze Lied über konsequent einen Ganzton daneben gesungen haben, noch nicht einmal Noten mitgebracht haben (man spielt ja als völlig inkompetenter musikalischer Leiter auch mal eben das gesamte moderne Musicalrepertoire auswendig...) und eine Performance hinlegen wie unter Alkoholeinfluss. Das Angebot seitens des Vorstands, bei den Profimusikern aus der Jury individuelles Feedback abzufragen, wird dann natürlich nicht angenommen - nur große Klappe, aber kein Rückgrat.

Was lernen wir aus diesem Beispiel (leider kein Einzelfall in diesem Geschäft)? 1. Castings machen keinen Spaß. 2. Den Versuch, nett und fair zu sein, kann man sich klemmen, denn es wird einem so oder so hinterher ans Bein gepinkelt. 3. Wir haben die richtige Entscheidung getroffen, denn sowas will niemand in einem Chor haben.

Der Meyster

08 Oktober 2014

Ich neige normalerweise nicht zum "Fantum", also zur bedingungslosen, unkritischen Verehrung von Künstlern. Früher vielleicht noch eher, aber ich bin schon zu lange selbst im Musikgeschäft tätig und habe schon zu viel mitbekommen. Nichtsdestotrotz gibt es selbstverständlich eine ganze Menge deutschsprachiger und internationaler Künstler, die ich bewundere, von denen ich mir unbesehen jedes neue Album kaufe, für deren Konzerte ich mir bei jeder Gelegenheit Tickets hole. Aber je älter ich werde, umso kritischer werde ich auch, umso weniger leicht haben es die "alten Recken", mich bedingungslos zu überzeugen - vielleicht bin ich auch zu lange Musikkritiker gewesen und habe das Meckern zu einem organischen Teil meiner selbst werden lassen - ich mag mir gar nicht vorstellen, was meine Frau jetzt dazu sagen würde... ;-)
Jedenfalls gibt es drei Künstler, für die ich tatsächlich grenzenlose Bewunderung aufbringe, deren Werke mir mehr geben als die der meisten ihrer Kollegen zusammengenommen und deren vollständige Discographien im Fall des Falles mit mir auf die einsame Insel müssten, ohne Diskussion. Der eine ist Musicalkomponist Stephen Sondheim, der zweite Bruce Springsteen, der dritte Reinhard Mey. Mit ihm verbindet mich die längste "Geschichte" - mehr als mein halbes Leben bin ich Fan, besitze jede CD, jedes Notenbuch, das er jemals veröffentlicht hat, kenne buchstäblich hunderte seiner Lieder auswendig. Reinhard Meys Lieder haben mich geprägt, mein Denken, mein politisches Gewissen; sein Werk und seine Person (ein paar Mal durfte ich mich am Rande seiner Konzerte flüchtig mit ihm unterhalten) beeindrucken mich immer wieder aufs Neue; mit seinen Liedern habe ich mir selbst das Gitarrespielen beigebracht, wie unzählige andere Chanson-Begeisterte in diesem uns'rem Lande. Dass auch bei ihm nicht jedes Lied, nicht jeder Text, nicht jede Melodie hundertprozentig meinen Geschmack trifft - geschenkt. Dass ich meine Begeisterung für ihn und seine Alben schon oft gegen Anfechtungen wie "Mey sei zu zahm, zu wenig politisch" (Hallo? Schonmal zugehört? Es muss ja nicht immer die Holzhammermethode sein, auf leise, poetische Art kann man unbequeme Wahrheiten mindestens genauso gut verpacken...) oder "Mey rockt einfach nicht" (Warum auch? Es muss ja nicht alles rocken) verteidigen musste, macht ihn mir nur noch lieber und wertvoller.
Reinhard Mey verkörpert für mich das handwerkliche Ideal eines Liedermachers: Jeder Text ist, ganz abgesehen von seinem unvergleichlichen Gefühl für sprachliche Feinheiten, Wortwitz und poetische Formulierungen, die klingen, als hätte es sie immer schon gegeben, sorgfältigst bis ins Detail ausgearbeitet; jede Melodie punktgenau auf den jeweiligen Text maßgeschneidert. Auch wenn in den letzten Jahren zugegebenermaßen die musikalischen Motive sich wiederholen und die Texte immer dominanter werden: Als Komponist ist Mey, gerade auch im Zusammenspiel mit kongenialen Arrangeuren wie Manfred Leuchter, nicht zu unterschätzen. Dass er immer noch eine große stilistische Bandbreite zwischen klassischem Chanson, Country und fast barocken Klängen bedienen kann, dass er immer noch Ohrwürmer schreibt, auch wenn sie sich mittlerweile vielleicht etwas subtiler ins Gedächtnis einbrennen als seine alten Hits, beweist sein aktuelles Album "Dann mach's gut".
Gestern durfte ich ihn, ich weiß nicht mehr, zum wievielten Male, live erleben. Von den ersten zaghaften Gitarrenakkorden an (wie beruhigend, zu spüren, dass selbst ein "alter Hase" im Geschäft noch immer, nach all den Jahrzehnten und hunderten, tausenden von Konzerten, während der ersten Minuten eines Konzerts mit dem Lampenfieber zu kämpfen hat!) war die alte Magie wieder spürbar. Knapp drei Stunden lang hat mich der Meyster mit seinen Liedern und Geschichten in den Bann gezogen. Wie so oft entfalten dabei seine neuesten Lieder erst durch die Live-Interpretation ihr volles Potenzial und brennen sich ins Gehirn, in die Seele ein. Ein Mann, eine Gitarre, einen ganzen Abend, zwei Dutzend Lieder lang, sechzig Konzerte am Stück ohne Pause: Eine bewundernswerte Leistung - dieses Pensum mit 71 Jahren noch absolvieren zu können, kann sich jeder Musiker nur wünschen. Dieses Mal kommt noch hinzu, wie bewunderungswürdig dieser so klein und schmal wirkende Künstler mit den privaten Schicksalsschlägen umgeht, von denen wir alle in der Presse lesen konnten. Wo andere die entsprechenden Lieder aus dem Live-Repertoire gestrichen hätten, stellt sich Reinhard Mey Abend für Abend seinem Verlust, seiner Trauer, bringt die Lieder über seinen verstorbenen Sohn an prominenter Stelle im Programm, getragen vom Mitgefühl seines Publikums. Chapeau, Herr Mey!

Wie Sie sagten, haben Sie Ihren Zenith noch vor sich, denken nicht ans Aufhören - welch ein Geschenk für Ihre Fans, für alle Freunde deutschsprachiger Lieder und Chansons, die in unseren verrückten Zeiten noch ein Stück Musik von Hand gemacht zu schätzen wissen. Ich freue mich schon auf den Mai 2015, wenn turnusmäßig das Livealbum zur aktuellen Tournee erscheinen dürfte; ich freue mich auf den Mai 2016, wenn endlich eine neue Studio-CD mit neuen Mey-Chansons erscheint; ich freue mich unbändig auf den Herbst 2017 in der Hoffnung, Sie dann wieder live erleben zu können. Essen, Gelsenkirchen, Bochum, ganz egal, jedenfalls Punkt 20 Uhr - ich werde da sein. Bis dahin: Danke für alles, ohne Sie wäre ich heute ein anderer Musiker als der, der ich bin.

Der Day of Song...

29 September 2014

...ist für dieses Jahr schon wieder Geschichte. Mit meinen beiden Chören St. Barbara Gospel und Gospel After Eight habe ich am Samstag ein tolles gemeinsames Konzert voller Power und Freude an der Musik gespielt; zahlreiche andere Veranstaltungen und Konzerte im ganzen Ruhrgebiet lenkten für einen Tag den Fokus auf das Singen und auf die vielfältige Chorlandschaft unserer Region. Das ist eine tolle Sache und wird hoffentlich bleibende Effekte haben, von neuen Mitgliedern für die Chöre über Zuschauer, die auch mal außerhalb des Day of Songs zu Konzerten gehen bis hin zu längerfristigen Kooperationen zwischen einzelnen Ensembles. So weit, so gut; so weit vor allem die Theorie. Ich möchte kein Spielverderber und kein Miesmacher sein, ich gönne jedem seinen Spaß an diesem Tag, aber ein paar kritische Worte seien gestattet, auch wenn ich es mir damit sicher wieder mal mit einigen Kollegen verscherze.
Zum Einen ist da die derzeitige Organisation des Day of Song an sich: Mag ja sein, dass in unserer immer schnelleren, immer lauteren und immer reizüberfluteteren Gesellschaft nur noch so ein geballtes Event Aufmerksamkeit bekommt. Allerdings sollte Nachhaltigkeit das Ziel sein: Chorarbeit (und in diesem Zusammenhang jede Form von musikalischer Laienarbeit generell) sollte dauerhaft unterstützt und gefördert werden, nicht nur an einem Termin alle zwei Jahre. Wenn solche Veranstaltungen wie der Day of Song dafür ein Bewusstsein schaffen könnten, wäre das toll; leider stelle ich in den vier Jahren seit dem allerersten derartigen Event während der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 kaum entsprechende Entwicklungen fest. Alles konzentriert sich auf den einen Termin, da wird wieder den ganzen Tag lang allüberall gesungen, das Publikum hat die Qual der Wahl zwischen zahllosen (und dank der unübersichtlichen Masse von Unter-Labels auch kaum überblickbaren) Parallelveranstaltungen, die sich gegenseitig das Wasser abgraben - und dann herrscht wieder monatelang Flaute. Schade, oder?
Eine weitere an sich phantastische Idee sind die gemeinsamen Konzerte vieler Chöre an zentralen Standorten. Vielleicht sollte man deren Organisation und musikalische Konzeption jedoch auch so ausrichten, dass möglichst viele mitmachen können. Als Chorleiter habe ich die Wahl, entweder meinen ganzen Chor mitmachen zu lassen oder nur die einzelnen SängerInnen zu schicken, die wirklich Lust dazu haben. Im ersten Fall verwende ich locker ein halbes Jahr, also bei zweijährigem Turnus 25 Prozent meiner Arbeit mit dem Chor, für die Vorbereitung dieser gemeinsamen Konzerte, mit dem Ergebnis, dass ich in dieser Zeit nicht die eigentliche Kernarbeit mit dem eigenen Repertoire des Chores fortführen kann und hinterher zwar neue Lieder erarbeitet habe, die aber praktisch jeder andere Chor der Stadt ab sofort auch im Programm hat. Im zweiten Fall werden diejenigen, die Spaß an so einem Gemeinschaftserlebnis haben, immer weniger, weil sie sich entweder dadurch überfordert fühlen, dass sie eben nicht innerhalb der eigenen Chorgemeinschaft auf das Notenmaterial vorbereitet werden können, oder denen die zusätzlichen Probentermine mit dem zusammengewürfelten Großchor einfach zu viel werden. Und die wenigen, die es sich doch zutrauen, teilzunehmen, fehlen dann im schlimmsten Fall dem eigenen Chor bei seinen Auftritten wegen parallel stattfindender Proben für das Großevent. So kriegt man Sänger meines Erachtens nicht motiviert.
Diese Anmerkungen mussten mal sein zwischen all den Jubelarien, wie toll es doch dieses Jahr wieder war; auch wenn das durchaus stimmen mag, auch wenn ich natürlich keine Patentlösungen für die aufgezeigten Probleme vorweisen kann, und auch wenn ich mir jetzt wieder mal von einigen Seiten werde anhören müssen "Der Stork hat auch immer was zu meckern". Aber blindes Gutfinden und Hochjubeln, ohne Verbesserungspotenzial erkennen zu wollen, kann es doch auch nicht sein. Ich bin jedenfalls immer für spannende, innovative Projekte und chorübergreifende Kooperationen zu haben, ob mit oder ohne "Day of Song"-Label. Aber bitte mit Weitblick und unter Bedingungen, die der dauerhaften Chorarbeit nützen und ihr nicht schaden.
PS: Dass ich nicht der einzige bin, der mittlerweile leider dem Day of Song ein gewisses Maß an Frustration entgegen bringt, mag man auch daran erkennen, dass sich die Karten für das im Mai 2015 geplante Konzert in der Schalke-Arena dermaßen schleppend verkaufen, dass die gesamte Veranstaltung auf der Kippe steht. Auch das finde ich sehr bedauerlich, war doch das erste Stadionkonzert 2010 ein unvergessliches Ereignis, von dem alle beteiligten Chöre immer noch zu Recht schwärmen.

Nach dem Konzert

22 September 2014

Und schon ist es wieder vorbei. Es war ein sehr schönes Konzert im Kulturzentrum Hof Jünger, mit angenehmer Atmosphäre, sehr guter technischer Ausstattung und aufmerksamem Publikum. Danke an dieser Stelle an Hermann Reinbold für die Einladung! In den kommenden Tagen und Wochen werden die Eindrücke und Erfahrungen der diesjährigen Solokonzerte verarbeitet (bisher war keine Zeit dazu, sorgte ein Chorprobenwochenende doch unmittelbar nach dem Bottrop-Konzert für eine sofortige Rückkehr ins "Alltags-Geschäft") und Überlegungen angestellt, wie es weitergeht. Geht es überhaupt weiter? Wieviel Sinn macht es, solche Veranstaltungen durchzuführen, wenn zwar jeder einzelne Besucher begeistert ist (siehe auch der Zeitungsbericht in der Presse-Rubrik), aber die Menge an Zuhörern, die mobilisert werden können, sich eine Karte zu kaufen, so gering ist, dass nicht einmal die Kosten gedeckt werden können? Viele Kollegen begegnen diesem Dilemma durch konstantes Touren, auch in Kneipen, bei Stadtfesten und jeder Art von Veranstaltungen, so dass sie sich entsprechend ein größeres Publikum erspielen. Das würde ich auch gerne tun, leider ist es mir nicht möglich: Ich lebe von meiner Musik und bin deshalb darauf angewiesen, anderweitige Verpflichtungen einzugehen, um meine Familie zu ernähren. Ich kann nicht alles auf die eine Karte der Soloauftritte setzen - ganz davon abgesehen, dass, so sehr ich es auch liebe, mit meinen eigenen Liedern Konzerte zu geben, es noch immer zu viele andere Tätigkeitsfelder gibt, die ich nicht aufgeben möchte, in allererster Linie das Theater. So werde ich nun nach einem Weg suchen, diese Zwickmühle aus wirtschaftlichem Sinn einerseits und Notwendigkeit aus Leidenschaft andererseits irgendwie zu lösen. Dass es ein Publikum für meine Art Musik zu machen gibt, davon bin ich mehr denn je überzeugt, das beweisen mir die Reaktionen der Zuhörer nach jedem Gig aufs Neue. Und es gibt jede Menge Lieder, die sich angesammelt haben, fertige Lieder, die aufgenommen werden wollen, noch nicht geschriebene Lieder, die mir unter den Nägeln brennen. Es wird also "Weiter geh'n", das Wie, Wo und Mit Wem will aber wohlüberlegt sein.

Vor dem Konzert

18 September 2014

Morgens aufwachen mit dem Gefühl: Es ist soweit! Freude: Endlich wieder ein Solokonzert, allein auf der Bühne mit allen verbundenen Freiheiten die eigenen Lieder interpretieren. Nervosität: Eben dieses Alleinsein auf der Bühne ist die schwierigste Disziplin, niemand ist da, der einen auffängt, kein Netz, kein doppelter Boden, keine Band, die weiterspielt, wenn man mal den nächsten Akkord vergisst... Nochmal alle Texte durchgehen, obwohl man genau weiß, daß man sie alle kann, daß man sich wochenlang akribisch und bestmöglich auf diesen Abend vorbereitet hat. Doch je länger man in diesem Geschäft unterwegs ist, umso größer wird die Liste von Dingen, von denen man weiß, daß sie schiefgehen können: Nur ein unachtsamer Moment, ein abschweifender Gedanke, ein irritierendes Geräusch, eine unerwartete Reaktion aus dem Publikum, und schon kann ein Text, ein Song, den man seit Jahren draufhat, plötzlich wie weggeblasen sein. Das ist vielleicht meine größte Furcht. Technische Pannen können passieren; Verspieler ebenso, man ist ja trotz allem nur ein Mensch (und so sehr ich mich jedes Mal über jeden einzelnen falschen Ton ärgere - in der Regel bemerkt das nachweislich niemand im Publikum...) Der Wille, immer das Beste zu geben, ist Ansporn, Verpflichtung gegenüber dem Publikum, aber auch eine selbstauferlegte Bürde. Die Kollegen, die alles auf die leichte Schulter nehmen, leben deutlich entspannter... Das ist allerdings nicht mein Ding, dazu habe ich viel zu viel Respekt vor meinem Publikum. Also lieber einmal zu viel alles durchgehen als zu wenig. Die Moderationen nochmal im Kopf durchspielen, die Equipment-Checkliste prüfen, alles zusammenpacken. Die Stimme schonen, wenig reden, Schreibtischarbeit zur Ablenkung bis es Zeit ist, aufzubrechen. Etwas zu Essen reinzwingen, obwohl man an solchen Tagen eigentlich vor Anspannung gar keinen Appetit hat. Dann den Wagen beladen, Gitarren, E-Piano, Kabel, Zubehör, CDs, ab zum Veranstaltungsort. Die letzten Stunden vor dem Auftritt vergehen jedesmal wie im Flug: Aufbau, Soundcheck, das eine oder andere Stück nochmals anspielen, technische Besprechung für Licht und Ton, mit Glück noch ein wenig Runterkommen und Konzentrieren in der Garderobe, und dann der Gang auf die Bühne, ohne Kollegen, allein - aber was soll ich sagen? Ich freu mich drauf!

Alles auf einmal

13 September 2014

Das Solokonzert in Bad Wildungen ist schon wieder eine Woche her. Ein angenehmer Tag; wie bei unserem Gastspiel mit "Der Tod und das Märchen" habe ich mich einmal mehr sehr gut aufgehoben gefühlt. Mehr Publikum hätte da sein können, das ist wahr; aber das ist man ja gewöhnt in meiner musikalischen Ecke... Jetzt geht es mit Riesenschritten auf das zweite Solokonzert in Bottrop zu, das für längere Zeit voraussichtlich letzte, zumindest in der bisher von mir gewohnten Form. Gestern haben wir (Matthias Plewka, der für den Gig seinen üblichen Platz hinter dem Schlagzeug verlässt und mich als Tontechniker unterstützt, die Veranstalter und ich) auf dem Hof Jünger die Bühne und die Haustechnik in Augenschein genommen. Alles wunderbar, ich freue mich auf einen schönen Konzertabend dort am Donnerstag. Jetzt muss ich nur noch die Erkältung loswerden, die mich natürlich wieder einmal pünktlich zu den Soloauftritten erwischt hat. Hmpf. Gleichzeitig wollen Proben für Sound of Music betreut sein, morgen haben wir den ganzen Tag Bandprobe für die Gala mit Norbert Conrads, Axel Herrig und Roberta Valentini am 3. Oktober; letzte Arrangements müssen dafür noch geschrieben werden; ein neues Arrangement-Projekt, das ich schon längst begonnen haben wollte, wartet auf dem Schreibtisch, von der regulären Arbeit für Schulprojekte und Chöre ganz zu schweigen. Englische Wochen, nennt man das wohl im Fußball. ;-) Wie heißt es doch in dem Lied der großartigen Band Selig: "Aber bitte, bitte, bitte, bitte, bitte nicht alles auf einmal..."

Multitasking

29 August 2014

"Immer schneller tanzt das Karussell um dich herum", habe ich in meinem Song "Bitterzart" geschrieben, und manchmal fühle ich mich genauso. So wie im Moment, wenn zahlreiche verschiedene Projekte parallel laufen, abgeschlossen oder geplant werden müssen; wenn der Abwechslungsreichtum, den ich eigentlich an meinem Beruf so liebe, sich in einem Wust an unterschiedlichen Tätigkeiten niederschlägt, die täglich erledigt werden wollen, dass ich bisweilen glaube, nach einem Zehn-Stunden-Arbeitstag eigentlich nichts wirklich geschafft zu haben... Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn dass man soviele verschiedene Dinge zu tun hat, zeigt natürlich, dass man bzw. die eigene Arbeit gefragt ist. Andererseits heißt es auch, dass man soviele verschiedene Dinge tun muss, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ein Problem, das ich mit unzähligen Kollegen teile: Man möchte sich so gerne mal ganz auf bestimmte Dinge konzentrieren. Aber wer bezahlt die Miete, wenn ich mich jetzt beispielsweise wochenlang im Tonstudio einschließe, um das neue Album aufzunehmen, das mir unter den Nägeln brennt? Ganz zu schweigen von den Studiokosten... Immerhin gibt es inmitten dieses ganzen Multitaskings auch einen Lichtblick: Seit einiger Zeit, spätestens seit diesem Jahr, schaffe ich es endlich, meine Homepage regelmäßiger zu aktualisieren, vor allem, was die Frequenz meiner Blogeinträge angeht. Andererseits - hätte ich die Zeit zum Verfassen dieses Textes sinnvoller nutzen können? Wahrscheinlich. Vielleicht auch nicht, weil man sich auf diese Art mal wirklich mit seinen Gedanken auseinandersetzt. Wie meine Frau mir immer versichert: Ich denke einfach zu viel. So, genug gebloggt, zurück zum Üben, Arrangieren, CDs rezensieren... ;-)

Schulprojekte

21 August 2014

Das neue Schuljahr ist gestartet, und so geht es auch in wenigen Tagen mit einem neuen Schulprojekt für mich los. Diese musikpädagogische Tätigkeit ist seit Jahren zu einem wichtigen Bestandteil meiner Arbeit geworden. Durch ihre Regelmäßigkeit trägt sie natürlich zur Einkommenssicherung eines freiberuflichen Künstlers bei - aber, ich denke, da kann ich auch für die meisten Kollegen sprechen, das ist nicht der einzige Grund, warum wir uns in diesem Bereich engagieren. Ich habe in der Arbeit mit Kindern verschiedenster Altersgruppen einige der schönsten Erlebnisse (und Ergebnisse) meiner bisherigen Laufbahn gehabt. Kinder bringen in der Regel eine Offenheit, Unverstelltheit, Experimentierfreudigkeit mit, die große Freude macht. Das erdet und rückt einem manchmal den Kopf zurecht. Natürlich gibt es Phasen, wo man überhaupt keine Lust hat, morgens vor einer Klasse zu stehen. Das kennen wohl auch die meisten Lehrer. Zumal dieser Beruf immer schwieriger wird: In den nun über sieben Jahren, in denen ich Projekte an verschiedenen Schulformen durchführe, hat sich, zumindest hier im Ruhrgebiet, viel verändert. Die demographischen Entwicklungen machen die Kommunikation nicht einfacher, die allgemeinen gesellschaftlichen Trends können einen zur Verzweiflung bringen: Wenn das Kind zu Hause nur vor dem Fernseher oder Computer geparkt wird, wenn ein anderes Kind derart nach Strich und Faden verwöhnt wird, dass es sich wie ein kleiner Prinz oder eine Prinzessin fühlt und diese Allüren auch in das soziale Gefüge der Klasse trägt, wenn Medien in ihrer momentanen irrsinnigen Ausprägung von früh bis spät auf die kleinen Gehirne einprasseln, wenn Kommunikation fast nur noch per Handy und Social Media stattfindet, wenn Bücher allenfalls noch in der Schule Verwendung finden, darf es nicht verwundern, dass die Aufmerksamkeitsspanne, die Konzentrationsfähigkeit, die kommunikativen und sozialen Kompetenzen, auch die Hemmschwelle zu verbaler wie körperlicher Gewalt und ganz allgemein das Unrechtsempfinden immer weiter abnehmen. Umso wichtiger erscheint mir die künstlerische Arbeit mit Kindern, die einen wichtigen Kontrapunkt zum Unterrichtsalltag setzt und kreative Fähigkeiten fördert, die ansonsten in unserer Gesellschaft heute sträflich vernachlässigt werden. Wird jemals der Tag kommen, an dem Pädagogik und, noch wichtiger, Politik einsehen, dass Kunst und Musik keine "Orchideenfächer" sind, sondern elementar für die umfassende Ausbildung von Kindern? Besonders ärgerlich finde ich es in dem Zusammenhang aber, wenn sogar schulintern ständig für die Kulturprojekte gekämpft werden muss, wenn jeder Wandertag, jede Lehrerkonferenz, jede Sportveranstaltung eine höhere Priorität genießt. Das habe ich just im zu Ende gegangenen Schuljahr erleben müssen... Da bin ich froh, dass die Grundschule, an der ich seit Jahren immer wieder arbeite und auch in diesem Schuljahr wieder ein Projekt durchführe, in dieser Hinsicht ganz anders gestrickt und durch die hervorragende, jahrelange "Vorarbeit" von tollen Kolleginnen und Kollegen musisch geprägt ist. In dem Sinne freue ich mich schon darauf, in den nächsten Wochen, genau wie zahlreiche Kollegen aus allen Kunstsparten, wieder in die Klassen zu gehen und dort ein wenig "Kulturbasisarbeit" im wahrsten Wortsinn zu versuchen. Und wenn es gelingt, dass sich ein ansonsten verschlossenes Kind ein wenig öffnet, dass plötzlich Bilder, Töne oder Gedichte entstehen, die den Kleinen im "normalen" Unterricht vielleicht niemand zugetraut hätte, dann haben wir schon einen ordentlichen Job gemacht. Und doch: Bei aller unbestrittenen und wachsenden Wichtigkeit von kultureller Förderung in Schule und Bildungssystem soll damit nicht gesagt sein, dass Kunst- und Musikprojekte nur noch gefördert werden sollten, wenn sie einen pädagogischen oder soziokulturellen Hintergrund haben. So wird es leider seit Jahren von vielen Behörden, die für die Geldervergabe zuständig sind, praktiziert - aber Kunst und Musik sind auch mehr, sie müssen auch aus sich selbst heraus existieren dürfen, denn sie sind nicht bloße Zierde, sondern ein Grundbedürfnis wie Essen, Trinken und Schlafen. Wer das leugnet, dem merkt man die "Kulturlosigkeit" meist auch unmittelbar an... aber das ist wieder ein Thema für sich.

Nachtrag

19 August 2014

Zu meinem Blogeintrag von letzter Woche noch ein kleiner Nachtrag: Gestern fiel mir beim Proben und beim anschließenden Sichten des vorhandenen Songmaterials auf, dass ich mich noch nicht einmal zum Schreiben neuer Lieder irgendwohin zurückziehen muss... Ich habe genügend Stücke fertig; da liegt ein komplettes, stimmiges, atmosphärisch dichtes Album vor mir, das nur noch aufgenommen werden muss. "Nur noch". Ich glaube, nach meinen Sologigs muss ich mal meine Band zusammentrommeln, denn eine weitere Soloplatte kann ich mir (zumindest im Moment) nicht wirklich vorstellen. Dazu macht mir das Musizieren innerhalb einer Band viel zu viel Spaß. Solo habe ich über zehn Jahre lang gemacht, vielleicht ist es mal Zeit für was Neues... Außerdem verlangt das Material, das mir für die nächste CD vorschwebt, nach einer etwas größeren, groovenden Besetzung. We'll see...

Eigene Lieder

12 August 2014

Zugegeben, als ich aus dem diesjährigen Urlaub zurückkam, war ich ein wenig im "Chill-Modus" und hatte zunächst nicht wirklich Lust, mich zur Vorbereitung auf die anstehenden Konzerte wieder ans Klavier und an die Gitarre zu begeben. Aber sehr schnell ist bei mir der alte Spieltrieb wieder aufgeflammt: Ich habe im Moment tierischen Spaß daran, meine eigenen Songs und Chansons nach einer längeren Pause, bedingt durch zahlreiche andere Projekte (vielfältige Aufgaben im Beruf haben eben viele Vor-, aber auch Nachteile), wiederzuentdecken. Wie ich ja schon bei den News angekündigt habe, habe ich das Programm etwas verändert, aktualisiert und etliche Lieder ausgetauscht. So entdecke ich auch uralte Nummern, die ich teilweise seit Jahren nicht mehr gespielt habe, wieder neu. Dabei fallen mir ein paar Dinge auf: Lieder, die mir irgendwann zum Hals raushingen (meist, weil ich sie selbst zu oft gespielt hatte und glaubte, ihnen nichts Neues mehr abgewinnen zu können; witzigerweise handelt es sich bei diesen Songs meistens um Publikumsfavoriten bei den Live-Konzerten - wen wundert's...), machen mir plötzlich wieder Spaß, weil ich mit dem gewonnen Abstand anders an sie herangehen kann und, ohne Text oder Musik zu verändern, durch bestimmte Interpretationsfeinheiten oder leicht angepasste Klavierarrangements neue Nuancen aus den "alten Schinken" herauskitzeln kann. Gleichzeitig stelle ich fest, dass manche Lieder leider, leider nie an Aktualität einbüßen, so sehr ich es mir auch wünschen würde. So habe ich für die kommenden Auftritte z.B. den Song "Sarajevo" aus meinem Album "Weiter geh'n" gegen das ältere, aber allgemeiner gehaltene Anti-Kriegs-Lied "Ist jemand da" ausgetauscht. Angesichts der aktuellen Krisen in der Ukraine und in Israel schien mir das geboten. Ich kann schon wieder die ewigen Nörgler hören, die es nicht aushalten, wenn man als Liedermacher und Interpret politisch Stellung bezieht - aber das habe ich nie anders gehalten und das werde ich auch nie ändern. Ich zwinge ja keinen, sich meine Lieder anzuhören... Was ich darüberhinaus im Zuge der Proben festgestellt habe, ist die schiere Menge an Material, die sich in den berühmten "Schubladen" verbirgt. Da finden sich Songs, teilweise live ausprobiert, teilweise noch nie aufgeführt, die in manchen Fällen wohlo besser für immer unter Verschluss bleiben (auch die größten Künstler haben schon Mist geschrieben ;-) ); aber selbst wenn man die weniger gelungenen Stücke aussortiert, ist da immer noch Material für mehrere Alben. Jetzt müsste man nur noch Zeit und Geld haben, um diese vor sich hinschlummernden Songs zu produzieren... ganz zu schweigen von den zahlreichen Ideen, Skizzen und halbfertigen Liedern, die noch (fertig-)geschrieben werden wollen. Mal sehen, vielleicht gelingt es mir kommenden Herbst/Winter ja endlich mal, meinen lang gehegten Plan in die Tat umzusetzen, mich für ein paar Wochen komplett an einen ruhigen, entlegenen Ort zum Schreiben zurückzuziehen. Wenn es nach mir geht, wird es 2015 ein neues Album geben, wie gesagt, Material ist genug da. Mal sehen, was die kommenden Monate bringen. Erstmal freue ich mich auf die anstehenden Konzerte und hoffe, viele von Euch dort zu sehen!

Weiter geht's

28 Juli 2014

Auch der längste Urlaub ist irgendwann (und meistens viel zu früh) vorbei. So heißt es nun "back to work" und "Vollgas voraus" für das zweite Halbjahr 2014. Sobald das Chaos auf dem Schreibtisch einigermaßen aufbereitet ist, geht es mit Volldampf weiter mit den nächsten Arrangement-Projekten und Konzertvorbereitungen, zunächst natürlich für die beiden Solo-Gigs, die ich im September in Bad Wildungen und Bottrop bestreite; darüberhinaus auch für diverse Musical-Programme und Chorkonzerte, die dieses Jahr noch anstehen. Leider hat mich im Urlaub auch die traurige Nachricht erreicht, dass das für Dezember geplante gemeinsame Theaterprojekt mit Ulrich Penquitt für dieses Jahr ausfallen und auf 2015 verschoben werden muss. Schade, sowohl ich als auch meine Chöre hatten sich schon sehr auf diese Kooperation gefreut. Wir drücken die Daumen, dass es im nächsten Jahr klappt!

Sommerpause

05 Juli 2014

Unglaublich, wie schnell schon wieder die Zeit vergangen ist. Die letzten Wochen waren spannend, abwechslungsreich und intensiv, angefüllt mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten. Ein Highlight war sicherlich der tolle Workshop, den ich zusammen mit Musicalstar Chris Murray abgehalten habe und bei dem ich eine ganze Reihe erstaunlicher junger Talente kennenlernen durfte. So macht es Spaß, zu unterrichten und die eigenen Erfahrungen weiterzugeben. Aber auch meine Kindergruppen haben die diesjährigen Musik- und Theaterprojekte mit sehr guten Ergebnissen zu Ende gebracht, und zwischendurch habe ich noch mit St. Barbara Gospel ein sehr schönes Konzert gespielt. So kann ich nun mit dem schönen Gefühl in die Sommerpause gehen, in den letzten Wochen einiges geschafft und Projekte zu einem guten Abschluss geführt zu haben. Gleichzeitig warten ab Ende Juli, wenn es zurück an den Schreibtisch und die Instrumente geht, schon wieder die nächsten Aufgaben auf mich. Ich hoffe, dann auch etliche spannende News veröffentlichen zu können. Bis dahin, kommt gut durch den Sommer und lasst es Euch gutgehen!

Und sonst so?

18 Juni 2014

Auch wenn es im Moment so aussehen mag, als sei bei mir gerade Ruhe eingekehrt, scheint das nur so. Tatsächlich gibt es gerade zwar nicht so viele Live-Auftritte, aber "hinter den Kulissen" läuft der Motor auf Hochtouren wie gewohnt. Ein kurzer Überblick über die verschiedenen Aktivitäten, mit denen ich mir derzeit die Langeweile vertreibe: Zum einen neigt sich das Schuljahr dem Ende zu, das heißt, daß meine laufenden musikpädagogischen Projekte abgeschlossen werden müssen. Das hieß in den letzten Wochen, ein neues Kindermusical mit dem Titel "Monster-Rummel" fertig zu schreiben, an Szenen und Playbacks zu feilen. Auch ein zweites Schulprojekt, das sich mit klassischer Musik beschäftigt, will ordentlich zu Ende geführt sein. Studioaufnahmen, Proben und ab nächster Woche Abschlusspräsentationen mit den Kids gehören natürlich auch dazu. Zum anderen ist gerade für meine Gospelchöre Hoch(zeits)saison, so daß auch immer wieder Auftritte in Messen und auf privaten Feiern zu absolvieren sind. Zumindest rosten so die Finger nicht ein, denn am 27. Juni steht ja das nächste Konzert mit St. Barbara Gospel an... Parallel laufen die Vorbereitungen für ein neues Theaterprojekt mit dem Autor, Darsteller und Regisseur Ulrich Penquitt, das kurz vor Weihnachten herauskommt und für das ich die Bühnenmusik komponiere sowie beid en Aufführungen mit meinen Chören live mitwirke. Mehr Infos und Termine in Kürze. Die Konzertplanung für Herbst, Winter und Frühjahr nimmt ebenfalls Gestalt an, und auch spannende neue Projekte, an denen ich als Arrangeur mitwirke, stehen vor der Tür. Also wie immer: Viel zu tun, die bunte Mischung verschiedener Projekte macht den Beruf ja gerade so spannend und abwechslungsreich. Trotzdem darf ich mich auf den bald anstehenden Urlaub freuen. ;-)

Danke ans United Sound Studio!

13 Juni 2014

Jetzt ist die CD zu "Ein Lied von Freiheit" auch schon wieder ein paar Wochen auf dem Markt, und es wird endlich mal Zeit, daß ich mich bei Wolfgang Schindler vom United Sound Studio in Gelsenkirchen, wo ich die EP produziert habe, ausführlich bedanke. Hätte ich gewusst, dass es ein so großes, schönes, geräumiges und gut ausgestattetes Tonstudio quasi direkt um die Ecke gibt, wäre ich da schon viel eher mal aufgeschlagen. Wolfgang hat sich gleich in vielerlei Hinsicht in das Projekt eingebracht: Er hat das Konzept mit Freude und Begeisterung aufgenommen und hat, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, weit mehr Zeit und Mühe investiert, als ich hätte erwarten können. Er hat nicht nur als fähiger Toningenieur sehr feine und gute Ohren, was sich besonders im Mix-Stadium der Produktion ausgezahlt hat (ich bin ja schon pingelig, aber oft war ich schon zufrieden und hätte einen Track beinahe abgesegnet, wo er noch immer, auch beim 1000sten Anhören, Details entdeckt und im Mix zur Geltung gebracht hat, die das Endergebnis nochmals deutlich aufgewertet haben). Darüberhinaus ist Wolfgang selbst auch ein erfahrener Musiker und hat kreativ mitgedacht, wertvolle Vorschläge zur Feinjustierung der Arrangements gemacht oder hervorragende Ideen in die Produktion der Gesangsspuren eingebracht. Letztlich ist er auch noch ein netter Kerl, mit dem man stundenlang im Studio sitzen, Gitarrenparts anhören und dazu herrlich Luftgitarre spielen kann. ;-) Also: Danke für alles, ich hoffe, wir produzieren noch viel gemeinsam (die nächsten Projekte sind ja schon anvisiert)! Und wenn ich mal so richtig Kohle habe, machen wir eine richtig fette Produktion, ohne Zeitdruck, für die wir so lange an Details und Sounds tüfteln und feilen, wie es uns paßt. Ich freu mich schon drauf!

Stürmische Zeiten...

10 Juni 2014

Da hatte ich mir fest vorgenommen, nachdem ich so langsam ein wenig Licht auf dem Schreibtisch vor der in vier Wochen anstehenden Sommerpause zu sehen begann, mal wieder etwas regelmäßiger hier zu schreiben, die in meinen Notizen aufgelaufenen Blog-Einträge endlich mal zu schreiben... zack, zieht das heftigste Unwetter seit mindestens zehn Jahren über uns hinweg. Zum Glück sind meine Familie und ich glimpflich davongekommen; Haus, Auto und vor allem wir selbst sind heil, das ist das Allerwichtigste. Aber die Auswirkungen des Sturms werde ich noch Wochen spüren: Nicht nur, dass mich unzählige Telefonate heute von der Arbeit abgehalten haben. Diese Woche müssen aufgrund der Sturmschäden wichtige Proben, Besprechungen, Unterrichtseinheiten und Studiotermine ausfallen. Natürlich ausgerechnet dann, wenn man kurz vor Konzerten, Aufführungen oder Projekt-Deadlines steht... Da merkt man mal, in welchem Maße wir heute vom Funktionieren der Transportmittel abhängig sind. Früher hätte ich mich mal darüber gefreut, daß die Straßen in alle Richtungen blockiert sind, ich mit dem Auto nirgendwohin komme und auch der Nahverkehr komplett ausfällt und ich deshalb nicht zur Uni oder zur Schule kann (okay, unsere Tochter war über den bevorstehenden Unterrichtsausfall natürlich sehr happy, warum auch nicht...). Heute, als Selbständiger, schlägt so etwas schon ins Kontor. Da hilft nur Vorarbeiten, so gut es geht, um in den nächsten Tagen Platz zu schaffen für alles, was jetzt ausgefallen ist und nachgeholt werden muß. So werden auch Terminkalender vom Wetter durcheinandergewirbelt. In diesem Sinne höre ich mal auf, hier herumzujammern und gehe zurück an die Arbeit... ;-) Ich hoffe, Ihr seid alle gut durch den Sturm gekommen! Passt auf Euch auf!

Von Sinn und Unsinn

22 Mai 2014

Und schon ist das Wiederaufnahmewochenende von "Ein Lied von Freiheit" drei Wochen her. Dass ich erst jetzt dazu komme, eine Nachbetrachtung dazu zu schreiben, liegt nicht nur daran, dass wir erst auf die Zahlen warten mussten, sondern auch daran, dass ich in den letzten Tagen und Wochen mal wieder nicht untätig gewesen bin. Zwar ist erstmals in diesem Jahr ein halbwegs normaler Arbeitsrhythmus eingekehrt mit freien Tagen (wenn auch nicht Wochenenden, aber das bringt der Beruf halt mit sich) und zeitigem Feierabend, aber genug zu tun gibt es trotzdem: So bin ich erstmals als Keyboarder in der Coverband meines Leib- und Magen-Schlagzeugers Matthias Plewka eingesprungen, schreibe Orchesterarrangements für die Open Air Classic Night in Reutlingen im Juli und arbeite an der Fertigstellung meiner aktuellen Schulprojekte, darunter ein neues Kindermusical. Dennoch möchte ich kurz ein paar Gedanken zu den Auftritten im Consol Theater Anfang des Monats formulieren. Bei aller Dankbarkeit meinem tollen Team, allen Darstellern, Musikern und Chormitgliedern gegenüber, darf man sich schon fragen, ob es sinnvoll ist, solche Veranstaltungen eigenverantwortlich und auf eigene Rechnung durchzuziehen. Wir waren diesmal nicht ganz ausverkauft, aber immerhin sehr gut besucht. Trotzdem ist das, was für jeden von uns übrig blieb, nachdem Saalmiete, Gema und andere Kosten bezahlt waren, nicht der Rede wert. "Wie soll man singen", fragt Verdi in "Ein Lied von Freiheit"; in leichter Abwandlung davon könnte ich fragen: Wie soll man produzieren, wie soll man Kunst und Kultur schaffen, anbieten, veranstalten, wenn der Betrag, der unterm Strich nach drei Vorstellungstagen (die Vorbereitung und Proben nicht mitgerechnet) übrig bleibt, so gerade mal die eigenen Unkosten deckt? Von "Verdienen" kann da nicht die Rede sein. Natürlich sind wir nicht so naiv zu glauben, mit der Art von Musik und Theater, die wir anbieten, sei das große Geld zu machen. Aber Deutschland diskutiert über den Mindestlohn (zurecht, meiner Meinung nach!), der sollte dann aber auch für Künstler gelten, und wenn man unsere Gagen (und das nicht nur in diesem aktuellen beschriebenen Fall) auf Stundenlohn umrechnet, weiß man oft nicht, ob man lachen oder weinen soll. Wenn ich mich als Veranstalter schon fast dafür schämen muss, was ich meinen Künstlern als Gage anbieten kann, ist doch irgendwas nicht richtig. Da muss man schon ganz genau rechnen und überlegen, ob man derartige Projekte auch in Zukunft durchzieht. Und doch werden wir es natürlich wieder tun... weil wir alle verrückt sind, weil wir alle für das brennen, was wir tun. So kann ich nur nochmal allen Beteiligten danken, dass sie auch unter solchen erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen mit vollem Einsatz bei der Sache sind. Eines Tages, Ihr Lieben, schreibe ich uns einen Hit! :-)

Proben

30 April 2014

Seit Tagen schon nehme ich mir vor, einen neuen Blogeintrag zu schreiben. Andererseits - was passiert im Moment? Proben, proben, proben; fast alle Aktivitäten (abgesehen von den regulären Verpflichtungen) stehen ganz im Zeichen der anstehenden Wiederaufnahme von "Ein Lied von Freiheit" morgen und übermorgen im Consol Theater und des Konzerts mit Michaela Schober und Christian Stadlhofer am Samstag. Was soll man da groß schreiben, als Donnerstag - Probe für die Rockoper mit unserer "Ersatz-Giuseppina" Dorin Rahardja, die am 2. Mai für Michaela Schober einspringt (eine sehr gute Zweitbesetzung, alles sehr gut vorbereitet, mit ganz eigenem, unverwechselbaren Timbre - eine andere, aber absolut ebenbürtige Giuseppina); Samstag - ganztägige Bandprobe mit allen Musikern und allen Solisten (sehr gute Probe, und mein Rücken merkt die ganze Instrumentenschlepperei immer noch ;-) ); Montag - Trioprobe für das Konzert, anschließend komplette Durchlaufprobe der Rockoper mit dem gesamten Chor; Dienstag und Mittwoch - Soloproben. Dazwischen wird jede freie Minute genutzt, um an Klavier und Gitarre die eigenen Parts bis zur größtmöglichen Perfektion zu polieren. Schon starker Tobak, die komplette Rockoper und ein spannendes, umfangreiches Konzertprogramm parallel proben zu müssen - nur gut, dass wir "Ein Lied von Freiheit" schonmal gespielt haben. Und wer meint, ich sollte mein eigenes Zeug ja sowieso spielen können, hat zwar irgendwie recht, aber ich schaffe es immer, mir selbst die ein oder andere Schwierigkeit selbst einzubrocken. So bleibt es zumindest spannend und herausfordernd (und es tröstet alle, die oft zu Recht über den Schwierigkeitsgrad meiner Musik klagen). Dazu ein Zitat aus "Ein Lied von Freiheit": "Lasst mich schreiben wie ich will, wie ich kann, wie es in meinen Visionen klingt..." ;-)

Jedenfalls freuen wir uns alle sehr auf die bevorstehenden Shows und sind hochmotiviert, die an einigen kleineren und größeren Stellen (hier ist insbesondere das neue Lied "Musik heilt" zu nennen) überarbeitete Rockoper wieder live zu präsentieren. Und da gestern auch die ersten Exemplare der Highlights-CD termingerecht eingetroffen sind, steht einem tollen Live-Wochenende nichts mehr im Weg. Liebe Freunde und Kollegen, ich freu mich auf Euch! Und wir alle freuen uns natürlich auf Euch Zuschauer!

Durchatmen

22 April 2014

Die Woche vor Ostern war ich mit Frau und Kind ein paar Tage in Paris. Das war schon lange geplant, lang bevor die Termine für die Wiederaufnahme von "Ein Lied von Freiheit" und damit auch die CD-Produktion sich ergeben haben. Zwischendurch hatte ich befürchtet, meine Damen alleine fahren lassen zu müssen; aber auf den Punkt haben wir dann doch noch die Studioarbeit abschließen können. Mittlerweile ist die CD gemastert und auf dem Weg ins Presswerk, damit wir für die Shows nächste Woche im Consol Theater auch die ersten Exemplare zur Hand haben.

Es war gut, mal ein paar Tage rauszukommen - ich habe immer schon viel gearbeitet, aber die letzten Wochen haben mir meine Grenzen aufgezeigt. Wenn das erste Mai-Wochenende vorbei ist, werde ich es ein wenig ruhiger angehen lassen und mir Gedanken machen müssen, wie ich mein Arbeitspensum und die Anzahl der Hochzeiten, auf denen ich tanze, sinnvoll reduzieren kann. Aber jetzt geht es erstmal mit Volldampf in die Endproben für die Wiederaufnahme der Rockoper und das gemeinsame Konzert mit Michaela Schober und Christian Stadlhofer. Hier freue ich mich nicht nur besonders darüber, endlich mal wieder in meinem "erlernten" Zweitberuf (neben dem des Komponisten) als Klavierbegleiter arbeiten zu dürfen, sondern auch, dass bei einigen Titeln meine Frau am Flügel Platz nehmen wird, damit ich mich komplett auf Gesang und Interpretation konzentrieren kann. Das wird spannend, besonders weil ich, wenn ich weder Tasten noch Saiten unter den Fingern habe, nie so genau weiß, was ich mit meinen Händen anstellen soll. Aber auf jeden Fall wird es ein spannendes, abwechslungsreiches Programm - also, kommen, hören, Spaß haben!

Fertig!

11 April 2014

Kurzzeitig sah es diese Woche so aus, als würden wir mit dem Endmix nicht plangemäß fertig. Zu viele Details wolten bedacht sein. Aber ich bin froh, dass wir auf all diese Details geachtet haben, denn sie machen den Unterschied im Ergebnis aus. Während nun gemastert wird, gönne ich mir ein paar wohlverdiente freie Tage nach anstrengenden Wochen (neben der CD-Produktion musste ja auch bis zu einem gewissen Grad das "Alltagsgeschäft" weitergehen...), und dann starten auch schon die Endproben für die Wiederaufnahme von "Ein Lied von Freiheit"! Während ich diesen Blogpost schreibe, höre ich die Mixe der Songs, die auf die EP kommen, gerade nochmal durch und habe Gänsehaut - nicht (nur), weil die fertig abgemischten Aufnahmen so gut geworden sind oder ich meine eigene Musik so toll finde, sondern weil ich begeistert darüber bin, was wir mit einem tollen Team in so kurzer Zeit und unter Termindruck gemeinsam geschafft haben. Danke dafür! Jetzt kann ich es kaum noch erwarten, den Silberling in der Hand zu halten und ihn mit Euch zu teilen. Drei Wochen noch bis zur Veröffentlichung...

Abmischen

08 April 2014

Heute hatten wir Bergfest: Drei von sechs Titeln, die ausproduziert auf der im Mai erscheinenden EP zu "Ein Lied von Freiheit" landen werden, sind fertig abgemischt. Der Rest folgt diese Woche; auch die Bonustracks werden noch fertiggestellt, und dann geht alles an den Mastering-Studio, wo den Aufnahmen der letzte Schliff für die CD-Veröffentlichung verpasst wird. Eigentlich hätten wir ja heute schon das Master ins Presswerk geben sollen, aber das Mixen hat dann doch länger gedauert als geplant. Da mit Wolfgang Schindler und mir zwei ausgemachte Perfektionisten an den Reglern sitzen, fällt uns auch beim x-ten Hören noch ein Detail auf, was man noch besser machen kann: Hier ein Takt Gitarrensolo mehr nach vorne, da eine Synthiefläche mehr in den Hintergrund, dort die Sänger noch etwas lauter. Ich bin ja selbst schuld, wenn ich so komplexe Arrangements schreibe. ;-) Aber wir sind uns des nahenden Redaktionsschlusses bewusst; je mehr Songs fertig sind, umso schneller geht auch die weitere Arbeit, da umso mehr Grundeinstellungen existieren und übernommen werden können. Die ersten Ergebnisse haben bisher alle, die Probehören durften, begeistert, und so freuen wir uns nun gemeinsam auf die CD-Veröffentlichung Anfang Mai, die wir mit zwei hoffentlich ausverkauften Vorstellungen im Consol Theater feiern werden!

Automation

04 April 2014

Es ist soweit alles fertig editiert, der Grundmix steht, nun beschäftigen Wolfgang Schindler und ich uns tagsüber (während Andronik Yegiazaryan nachts die Orchesterspuren optimiert) mit der Automation für jeden einzelnen Titel. Was ist denn das nun schon wieder? Dabei wird für jeden einzelnen Instrumental- oder Gesangspart eine Art Verlaufskurve angelegt, mittels derer man punktgenau definieren kann, wann ein Instrument oder eine Stimme etwas mehr in den Vordergrund soll und wann es sich besser in den Hintergrund einfügen soll. Auf diese Weise kann man Soli hervorheben und dem Ganzen mehr Lebendigkeit verleihen - im Grunde ist es das, was bei Livekonzerten am Mischpult passiert. Diese Arbeit kann natürlich recht langwierig sein, je nachdem, wie detailversessen Toningenieur und Produzent sind - und Wolfgang und ich sind beide sehr pingelig und haben einen großen Perfektionsdrang. Das Dumme ist, dass der Redaktionsschluss immer näher rückt, auch wenn wir den ursprünglich anvisierten Termin am 8. April schon nach hinten schieben konnten. Aber heute ist der erste Track fertig geworden, und das Ergebnis begeistert mich. Wird schon. Parallel ist auch schon das Layout für die Drucksachen von Daniel Dorra fertiggestellt worden. So fügt sich Baustein für Baustein die fertige CD zusammen, die Anfang Mai endlich erhältlich sein wird. Am Wochenende ruhen wir aber erstmal die Ohren aus, da beschäftige ich mich mit allem, was so liegenbleibt: Steuern, Proben, Konzertvorbereitungen, Orga, Promotion usw.

Editing

02 April 2014

Nun sind wir im Produktionsprozess beim Editing angekommen. Was passiert dabei? Nun, bei den Aufnahmen der einzelnen Instrumente und Gesangsparts werden grundsätzlich mehrere Takes gemacht, so dass wir genug Material zur Auswahl haben und zum Ausbessern eventuell verunglückter Stellen. Musiker und Sänger sind auch Menschen, also gibt es hier und da eine nicht richtig getroffene Note, einen Verspieler, einen falschen Ton. Alles kein Problem, wenn man die entsprechenden Stellen mehrfach einspielt bzw. -singt. Natürlich werden Fehler, die direkt auffallen, gleich während der Aufnahmen korrigiert und die betreffende Stelle solange wiederholt, bis sie korrekt auf Band (bzw. heutzutage auf Festplatte) ist. Aber manche Details und Kleinigkeiten fallen erst später auf, wenn die Musiker oder Sänger nicht mehr im Studio sind und Produzent und Toningenieur sich das Material Tage später mit frischen Ohren neu anhören. Oft handelt es sich auch gar nicht um wirkliche Fehler, sondern eher um Stellen, die man vielleicht doch noch etwas schöner haben möchte als in der zuletzt bei den Aufnahmen durchgewunkenen Fassung. Nun zahlt es sich aus, wenn man mehrere Takes gemacht hat: Man hat verschiedene Versionen derselben Stelle zur Auswahl und kann nun die schönste aussuchen oder auch die besten Stellen verschiedener Takes kombinieren. Das heißt für uns im Moment: Die ganzen Spuren kritisch durchhören, Alternativen begutachten und eine endgültige Auswahl treffen. In diesem Arbeitsschritt werden auch manche Dinge repariert: Wenn z.B. das Schlagzeug einen im Grunde sehr schönen Take abgeliefert hat, aber an einer Stelle eine Spur vor oder hinter dem Beat ist, schneiden wir die betreffende Stelle aus; wenn der Pianist (hüstel) mal wieder zu ungeduldig war und einen Akkord minimal zu früh angeschlagen hat, lässt sich das per Midi sehr leicht auf die korrekte Zählzeit verschieben; wenn sich bei Bass oder Gitarre ein Saitenschnarren eingeschlichen hat, ersetzt man den entsprechenden Takt durch einen klanglich einwandfreien aus einem anderen Take; wenn der Chor einmal einen Ton nicht so ganz getroffen hat, ansonsten aber ausdrucksstark und richtig gesungen hat, erlaubt es einem die moderne Technik, den einen verunglückten Ton zu reparieren. Und so weiter. Also: Viel Kleinarbeit, viel Mühe für die Ohren. Aber gerade diese Detailbesessenheit lohnt sich. Zugegeben: Viele der betreffenden Stellen würden nach Endmix und Mastering vielleicht nur ausgebildeten Musikern auffallen, oder sogar nur Beteiligten der Produktion, die das Notenmaterial in und auswendig kennen, oder eventuell sogar nur mir als Komponist und Produzent, einfach weil ich weiß, dass diese Stelle existiert. Aber bei so einer CD-Produktion darf und muss eine ordentliche Portion Perfektionismus schon sein.

Abschiede - und gleich weiter...

01 April 2014

Das sind die Momente, die ich in meinem Beruf hasse: Da hat man sich monatelang auf eine Konzerttournee vorbereitet, Arrangements geschrieben, geprobt, war mit lieben Kollegen wochenlang unterwegs - und dann ist mit einem Mal alles vorbei, die Wege trennen sich, die Noten wandern ins Archiv, man weiß nicht genau, wann man sich wiedersieht. Komische Momente, jedes Mal aufs Neue. So geht es mir nun auch nach Abschluss der Farbenblind-Tournee, den wir am Wochenende mit einem grandiosen Gig im Hamburger Grünspan begangen haben. Es bleiben zahlreiche Eindrücke, gemeinsam erlebte musikalische Momente und schöne Erinnerungen. Danke an dieser Stelle nochmals an Jan Ammann und seine Gastsolisten Andreas Bieber und Michaela Schober, danke an meine Bandkolleginnen und -kollegen, danke an die Sound- und Lichttechniker und das Sound of Music-Team, allen voran Andreas Luketa, dass er dieses besondere Konzertprogramm konzipiert und durchgeführt hat, auch wenn es nicht immer einfach ist, den Musicalfans ein offenes Ohr auch für andere, neue, ungewohnte Wege und Seiten "ihres" Stars abzuringen. Ich denke, bei allen, die die Tour gesehen haben, ist das Konzept aufgegangen, haben wir das Ziel erreicht: Jedes einzelne Konzert endete mit einer großen Party und begeistertem Publikum. Ich schätze mich glücklich, aktiv auf der Bühne dabei gewesen zu sein. Wie schön, dass eine Fortsetzung im nächsten Jahr bereits beschlossene Sache ist!

Gestern dann, mehr oder weniger wach, bereits wieder eine Ganztagsprobe gehabt (diesmal "nur" als Musical Director für Mark Seiberts kommende Solokonzerte "With You") und anschließend gleich im Studio wieder die Arbeit an der "Ein Lied von Freiheit"-CD wieder aufgenommen. Der Mix nimmt langsam Gestalt an, zwei Songs müssen noch editiert werden, wir haben mit Andronik Yegiazaryan einen technisch sehr versierten Kollegen an Bord geholt, der sich um zusätzliche Orchester Programmings kümmert, damit die Streicher- und Bläser-Parts aus dem Live-Arrangement auf CD dann auch richtig amtlich klingen. Es ist noch viel zu tun, deshalb fasse ich mich hier mal kurz und mache mich gleich wieder auf den Weg ins Studio. Fortsetzung folgt.

Aufnahmen abgeschlossen

28 März 2014

Am Donnerstagnachmittag habe ich die letzten Akustikgitarrenparts eingespielt, nun sind die eigentlichen Aufnahmen für die sechs Songs (und die zwei Bonustracks) der im Mai erscheinenden EP abgeschlossen (für die Gesamtaufnahme fehlt noch einiges...). Viele, viele schöne Töne haben wir in den letzten zwei Studiowochen erzeugt. Die wollen nun gesichtet, sortiert, geordnet und bearbeitet werden, damit sich hinterher auf CD alles perfekt anhört. Mit dem Durchhören und Editieren haben Wolfgang Schindler und ich heute begonnen. Nächste Woche geht es damit weiter, bevor wir zum Mix und Mastering übergehen. Doch vorher nehme ich terminbedingt drei Tage Auszeit von der Studioarbeit: Am Wochenende geht es nach Hamburg, wo ich das Vergnügen habe, mit Jan Ammann, den Gastsolisten Andreas Bieber und Michaela Schober sowie unserer fantastischen Band den vorläufigen Tourneeabschluss von "Farbenblind" zu feiern. Alle, die sich morgen im Grünspan das vorerst letzte Konzert dieses tollen, ganz besonderen Konzertprogramms entgehen lassen, sind selbst schuld! :-) Ich freue mich sehr auf diesen Gig und die Möglichkeit, nach zwei Wochen "Klausur" im Studio mal wieder auf die Straße zu kommen und live zu spielen. Montag dann Probe, und dann geht es Dienstag mit ausgeruhten Ohren zurück in die Endphase der CD-Produktion.

Fast durch...

26 März 2014

...wenn auch nur mit den eigentlichen Aufnahmen. Gestern war ein wenig ergebnisreicher Tag: Drei Stunden haben wir mit verschiedenen Gitarren experimentiert, um den optimalen Akustikgitarrensound hinzukriegen - gar nicht so einfach. Schon gar nicht, wenn die Klampfe an einer exponierten Stelle ganz allein zu hören ist und man wirklich jedes störende Nebengeräusch wahrnimmt - da offenbaren sich Grenzen selbst bei teuren Instrumenten und erfahrenen Spielern. Ganz schön frustrierend, wenn man Stellen, die man live "aus dem effeff" beherrscht, im Studio nicht zur Zufriedenheit reproduziert bekommt... Vielleicht war gestern auch einfach nicht mein Tag, jedenfalls hasse ich es, wenn ich nicht so funktioniere, wie ich es will. Dementsprechend meine Anspannung heute morgen auf dem Weg ins Studio, aber diesmal ohne Grund: Begonnen haben wir den Tag mit der Produktion der restlichen Gesangspassagen und vor allem der Bonustracks für die CD. Michaela Schober hat eine wunderschöne Version von "Wo Liebe ist", dem Titelsong meines gemeinsam mit Michael Walter geschriebenen Kammermusicals von 2008, eingesungen. Dass ich den Klavierpart in einem Take ohne Fehler aufgenommen habe, nachdem ich das Stück mehrere Jahre nicht in der Originaltonart gespielt hatte, hat natürlich meine Laune auch ein wenig verbessert. ;-) Jedenfalls hat mich diese Aufnahmesession heute sehr berührt: Das ganze Musical und besonders dieses Lied liegen mir sehr am Herzen, und ich bin froh, dass auf der "Ein Lied von Freiheit"-CD in Form eines Bonustracks auch dieses ältere Stück eine gewisse Aufmerksamkeit erhält. Erste Ideen für ein Revival sind heute schon entstanden...

Anschließend hat Christian Stadlhofer die Vollversion des Songs "Aus dem Chaos neue Welten" aus der Verdi-Rockoper aufgenommen. Dieses Lied, für mich bei der Konzeption so etwas wie das ultimative Credo des Stücks, hat sich bei den Proben als deutlich zu lang und somit bremsend für die gesamte Show herausgestellt, weshalb wir es schweren Herzens um mehr als ein Drittel gekürzt haben. Zumindest erblickt die Originalfassung auf dieser EP als Klavierdemo das Tageslicht - die Gesamtaufnahme wird dann die vollständig instrumentierte Bandversion beinhalten, so wie der Song auch auf der Bühne zu hören ist. Michi, Christian, ich danke Euch für diese tollen Aufnahmen und dass Ihr meine Musik so zum Klingen bringt! Mit so begabten (und gleichzeitig noch netten und lustigen) Sängern arbeiten zu dürfen, ist ein Geschenk für jeden Songwriter und Komponisten. Ich weiß Euer Engagement zu schätzen und bin Euch sehr, sehr dankbar! Let's do a lot more of this! :-)

Ach so, und sonst noch: Die letzten Keyboard-Parts eingespielt, an den Orchesterarrangements gefeilt und Mettbrötchen gegessen. Muss auch mal sein. Morgen: Neuer Anlauf Gitarrenaufnahmen. Diesmal muss es klappen, sonst mach ich den Pete Townshend...

Weiter geht's...

24 März 2014

Heute begann schon die dritte Produktionswoche der "Ein Lied von Freiheit"-CD (die vierte, wenn man die Vorproduktion, die ich bei mir im Heimstudio gemacht habe, mitrechnet). Morgens erstmal Orga-Kram und Vorbereitung diverser anderer Tätigkeiten, die diese Woche anstehen (man hat ja auch noch andere Jobs und Gigs "nebenbei"... Multitasking heißt das Zauberwort); nachmittags habe ich dann ein paar weitere Klavierspuren und Synthies eingespielt. Wir haben da in den diversen Instrumenten des Studios einige sehr schöne Sounds gefunden, die perfekt zu den Songs passen. Morgen geht's weiter mit Gitarrenaufnahmen und Hammondorgel, Mittwoch sind die Gesangssolisten nochmal da, um ein paar noch fehlende Parts einzusingen sowie mit mir am Klavier die Bonustracks zu produzieren... mehr dazu, was alles auf die CD kommt, im Laufe der Woche. Jedenfalls neigt sich die Aufnahmearbeit langsam aber sicher dem Ende zu, und dann wird editiert und gemixt, bis die Ohren wackeln, denn - das hat Wolfgang Schindler vom United Sound Studio heute nebenbei noch organisiert - der Abgabetermin für's Presswerk ist schon der 8. April, damit der Silberling auch garantiert zu den Vorstellungen Anfang Mai da ist. Kein Ding, das schaffen wir. Die Inhalte für das Booklet sind heute auch schon an meinen Lieblingsgrafiker gegangen. Kein Grund zur Panik also.

(Aaaaaaaaaahhhh.....)

Wochen-Ende

22 März 2014

Oh Mann, war das eine Woche. Am Freitag haben wir noch die letzten Gitarrenparts von Thomas Spies aufgenommen und dann das Studio für die Chor-Session vorbereitet, die heute stattfand. Rund 30 Sänger des Sound of Music Chores, die alle hochmotiviert im Schichtbetrieb (Stimme für Stimme, um ein ausgewogeneres Mischungsverhältnis, bessere Raumklangoptionen und effektivere Bearbeitungsmöglichkeiten zu gewährleisten) aufgenommen haben, sich von ihrem wild herumfuchtelnden Dirigenten nicht aus der Ruhe bringen ließen und auch beim x-ten Take noch die Energie aufgebracht haben, immer noch eine weitere Schüppe draufzulegen. Toll gemacht, liebe Leute, ich bin stolz auf Euch! Es ist schön, zu sehen, wie ein Chor, den man seit gut zwei Jahren leitet, sich immer weiter entwickelt, immer noch einen weiteren Schritt geht und neue Herausforderungen mit Power, Freude und geballtem Talent angeht. Erinnert mich daran, dass ich Euch bei Gelegenheit mal wieder ein neues Stück schreibe! ;-) Auf jeden Fall ging es heute im Studio deutlich lebhafter zu als in den vergangenen Tagen. Ab Montag wird es wieder ruhiger, wenn auch nicht weniger arbeitsam: Kommende Woche stehen die letzten Aufnahmen an (Klavieroverdubs, ein paar fehlende Keyboardparts, meine Gitarren sowie ein paar letzte Solostellen von Christian Stadlhofer als Giuseppe Verdi - außerdem nehmen Christian und Michaela Schober noch zwei Bonustracks für die Highlights-CD auf), und dann geht es ans Editieren und Mischen. Der Zeitplan bis zur Veröffentlichung Anfang Mai ist eng, aber das schaffen wir. Am morgigen Sonntag stehen bei mir erstmal andere Dinge auf dem Plan: Ein Chorauftritt, eine Konzertrezension, Gitarren neu besaiten für die Studioaufnahmen, Organisatorisches für die Veröffentlichung und die Konzeption des Booklets. Gut, dass man dafür auch mal einen Day off hat. ;-)

Fett, fett, fett!

21 März 2014

Anders kann man den Gitarrensound nicht bezeichnen, den wir seit gestern im Studio produzieren. Eine Gibson-E-Gitarre und ein Marshall-Amp alleine machen ja in Kombination schon sehr schönen Lärm, aber das Ganze zweimal aufgenommen und im Panorama positioniert für einen satten Stereoeffekt: Spätestens damit wird "Ein Lied von Freiheit" wirklich zur ROCKoper. Das Dauergrinsen konnten Toningenieur Wolfgang Schindler und ich uns kaum noch verkneifen. Da sind wir uns einig: Wozu braucht man eigentlich noch andere Instrumente, wenn man Gitarren hat? Naja, ab und zu ist ein bißchen Abwechslung auch gut. ;-) Unser Gitarrero Thomas Spies hatte wirklich einen guten Lauf und hat zusätzlich zu den ganzen Rhythmus- und Leadgitarrenspuren gleich auch noch ein paar grandiose Soloparts eingespielt, so daß wir beim Editieren und Mischen die Qual der Wahl haben werden, welchen davon wir nun letztendlich einsetzen. Gestern haben wir jedenfalls alle verzerrten Gitarrensounds für die sechs Songs der EP aufgenommen, heute kommen noch ein paar cleane Stellen sowie ein Akustikgitarrenpart, dann sind wir durch und es fehlen nur noch ein paar Keyboard-Stellen sowie eventuell einige Klavieredits, bis wir die Instrumentalspuren komplett im Kasten haben. Für zusätzliche Aufregung hat dann gestern noch der Studiobesuch der Presse gesorgt: Eigentlich war "nur" ein Termin mit der WAZ vereinbart gewesen, aber es rückte gleich noch ein ganzes Videoteam von "Der Westen" an. So könnt Ihr wohl ab Anfang der Woche auch ein paar bewegte Bilder sehen.

Punktlandung

20 März 2014

Punktgenau innerhalb unseres Zeitplans sind wir gestern Mittag fertig geworden mit den Basic Tracks, d.h., wir haben nun für jeden der 19 Songs der Rockoper und des geplanten Doppelalbums, das nach der EP herauskommen soll, Schlagzeug und Bass komplett aufgenommen. Die Songs, die nicht auf der im Mai erscheinen, wandern nun erstmal auf die hinteren Ränge der To Do-Liste, zumal es wahrscheinlich auch noch ein neues Lied geben wird, das die Geschichte von Verdi und Giuseppina noch vertiefen soll. Wenn wir diesen Song dann irgendwann aufnehmen, wird auch nochmals Gelegenheit sein, bei den jetzt entstandenen Aufnahmen nachzubessern. Aber unterm Strich haben wir in den letzten drei Tagen viel geschafft und eine Menge an Musik aufgenommen (wie unser Toningenieur Wolfgang Schindler festgestellt hat: ca. 20 Gigabyte pro Tag).

Gestern Nachmittag kamen dann auch die Solisten Christian Stadlhofer und Michaela Schober ins Studio, um ihre Gesangsparts aufzunehmen. Wir hatten nicht nur jede Menge Spaß, sondern haben nun auch sehr gute Ergebnisse vorliegen. Es ist schwer zu beschreiben, was man als Komponist empfindet, wenn großartige Künstler das eigene Material singen, über dem man lange im stillen Kämmerlein gebrütet hat... Natürlich haben wir die Show schon live gespielt, aber im Studio an Songs zu arbeiten, ihnen den detaillierten Feinschliff zu verpassen und dem "Baby" sozusagen die endgültige Gestalt zu geben, ist nochmal etwas ganz anderes und hat bei mir gestern für zahlreiche Glücksmomente gesorgt. Danke dafür, Ihr Lieben! Bevor ich nun aber zu sentimental werde, will ich mich dann mal wieder ins Tonstudio verabschieden, wo der gute Thomas Spies heute die Gitarrenparts aufnimmt. Rock'n'Roll!

Groove

19 März 2014

Da standen wir gestern zwischendurch mit einem fetten Grinsen vor den Lautsprechern im Regieraum, Wolfgang Schindler und ich, und nickten schön im Takt zum Groove, den nebenan im Studio Matthias Plewka und Julian Rybarski an Drums und Bass erzeugten. Auch wenn wir heute noch die restlichen drei Songs einspielen und an einigen Grooves noch feilen müssen, können wir jetzt schon sagen, dass "Ein Lied von Freiheit" auch auf CD gut rocken wird. Was im United Sound Studio ein Traum ist, ist der Raumklang: So druckvolle Rhythmusgruppen habe ich bisher nur selten produzieren dürfen. Das freut mich sehr, und auch wenn die Tage sehr lang sind (besonders, wenn man VOR dem Studio noch unterrichten muss und NACH dem Studio noch Proben hat), macht die Arbeit Spaß. Wenn wir heute morgen die letzten Basic Tracks eingespielt haben, kommen anschließend dann auch unsere Gesangssolisten Michaela Schober (Giuseppina) und Christian Stadlhofer (Verdi) ins Studio, um ihre Songs einzusingen - so wächst das Projekt Stück für Stück dem Endprodukt entgegen, Spur für Spur können wir die vorproduzierten Guide Tracks austauschen. Ein großes Klangpuzzle, ein großer Aufwand, eine große Investition - aber auch eine große Freude. Fortsetzung folgt...

Zwölf...

17 März 2014

...Uhr: Um etwa diese Zeit erklang der erste aufgenommene Ton heute. Vorher musste die Drum Set-Mikrofonierung für unsere Zwecke eingestellt und für die Kollegen Matthias Plewka (Schlagzeug) und Julian Rybarski (Bass), die heute im Studio an der Reihe waren, der perfekte Monitorklang gemischt werden.

...Lieder: Nein, soviele Basic Tracks haben wir heute nicht im Studio geschafft. Aber immerhin sieben, darunter alle, die auf die im Mai erscheinende EP kommen. Das ist doch schon ein Anfang. Morgen und Mittwoch geht es weiter.

...Achtel: Eine Taktart, die böse Tücken hat, wie wir heute festgestellt haben. Live gehen manche Sachen im Schwung, im Gesamtsound unter - Studioaufnahmen sind gnadenlos und müssen natürlich perfekt sitzen. Aber auch, wenn ich meine Musiker heute gequält habe (sorry, Jungs!), sie haben natürlich am Ende einen großartigen Job gemacht. Ich bin halt nicht so der 08/15-Schreiber. Kommentar unseres Toningenieurs Wolfgang Schindler: "Die Armen, das ist aber auch schwer, was Du da geschrieben hast." Hier sitze ich, ich kann nicht anders.

...Stunden Nettoarbeitszeit wären heute schön gewesen, de facto waren es mehr. Und da morgen auch wieder ein ebenso langer Tag auf mich wartet, sage ich nun gute Nacht. Man hört sich.

Ausgang

16 März 2014

Das war richtig schön, nach zehn Tagen Pause mal wieder Ausgang zu haben, auf Tour zu sein und nochmal "Farbenblind" in Filderstadt zu spielen.Schon traurig, dass wir dieses besondere Programm, das uns allen riesigen Spaß macht, in zwei Wochen in Hamburg zum vorläufig letzten Mal spielen, zumindest für dieses Jahr - es ist schon toll, mit so einer wunderbaren Tourfamilie unterwegs zu sein. Aber wie gut, dass wir keine Zeit haben, um sentimental zu werden. Nach einer viel zu kurzen Nacht und vier Stunden Autobahn ging es heute direkt wieder ins Tonstudio, um das Drum Set einzurichten und somit die Aufnahmen der nächsten Tage vorzubereiten. Denn ab morgen spielen unser Schlagzeuger Matthias Plewka und unser Bassist Julian Rybarski gemeinsam die Basic Tracks für alle 19 Songs von "Ein Lied von Freiheit" ein, womit wir schon die Weichen stellen für eine CD-Gesamtaufnahme, die wir hoffentlich (so die Finanzen es zulassen) der für Mai geplanten EP folgen lassen können. In den nächsten Tagen, wenn alles konkret und unter Dach und Fach ist, gibt es dann hoffentlich auch noch ein paar spannende Infos zu Inhalt und Veröffentlichung der EP. Dranbleiben!

Zweiter Studiotag

14 März 2014

Ging gut los heute: Vier Songs wollten heute von mir am Klavier eingespielt werden, dafür hatten wir aufgrund anderer Verpflichtungen, die ich nicht absagen konnte, nur zweieinhalb Stunden Zeit. Mit entsprechend wenig Druck schlug ich deshalb heute morgen im Studio auf; aber zum Glück lief alles gut und die meisten Songs waren nach einem Take im Kasten. Hier ein wenig nachgebessert, dort ein wenig editiert, hier ein paar Takte nochmal aufgenommen - das war's. Ich bin ja eigentlich eher ein Live-Mensch und kein Studio-Nerd, aber das war heute echt mal entspanntes Arbeiten. Danke an dieser Stelle an Wolfgang Schindler vom United Sound Studio! Eines haben wir jedoch gemerkt: Meine fast schon sprichwörtliche Ungeduld gilt offenbar auch für mein Musizieren, zumindest im Studio (wie gesagt, live ist immer anders und mir im Zweifel lieber... es geht doch nichts über den unmittelbaren Austausch mit Musikerkollegen auf der Bühne, über das gemeinsame Entstehenlassen eines Klangmoments... sorry für den poetischen Exkurs), denn viele meiner Parts lagen gerne leicht vor dem Beat. Einiges haben wir schon korrigiert, bei anderen Songs muss ich vielleicht nochmal ran, nachdem Bass und Schlagzeug nächste Woche ihre Parts eingespielt haben. Vielleicht sollte ich es doch mal, wie meine Frau immer meint, mit Entspannung, Wellness und Yoga versuchen - wobei, nein, das macht mich immer aggressiv. :-)) Morgen darf ich dann zwischendurch mal wieder raus auf die Straße und mit Jan Ammann, Andreas Bieber, Michaela Schober, unserer formidablen Band und dem großartigen Sound of Music-Team das Publikum in Stuttgart-Filderstadt bis zur "Farbenblind"-heit rocken. Ich freu mich und melde mich dann nächste Woche mit den nächsten Updates von den Studioaufnahmen.

Erster Studiotag

13 März 2014

Heute ging es dann endlich ans Eingemachte: Am ersten Aufnahmetag für die "Ein Lied von Freiheit"-CD musste meine Frau ran und gleich einige der kompliziertesten Keyboard-Parts einspielen (siehe ihr äußerst konzentriertes Foto auf Facebook), die ich geschrieben habe. Eigentlich etwas ungewöhnlich, mit dem Keyboard zu beginnen und nicht z.B. mit Schlagzeug und Bass, aber erstens machten der enge Terminplan bis zur geplanten Veröffentlichung Anfang Mai sowie die individuellen Zeitpläne der beteiligten Musiker diese Reihenfolge erforderlich, zweitens ist es andererseits kein großes Problem, weil die ganze Produktion sehr gründlich mit detaillierten Pilotspuren vorbereitet ist. Die darin investierte Zeit zahlt sich also allemal aus. Ganz fertig sind wir mit den Keyboards noch nicht, heute haben wir uns erstmal auf die Streicherparts konzentriert, wo wir noch ein paar Soundeinstellungen vornehmen mussten, damit es gut klingt und trotzdem spielbar bleibt; ein paar Synthie- und Orgeloverdubs werden noch folgen. Morgen bin ich aber erstmal dran, meine Klavierparts einzuspielen. Und das, ohne dass ich im Trubel der letzten Wochen die Zeit gehabt hätte, mich so gründlich, wie ich es gewollt hätte, auf die Aufnahmen vorzubereiten - aber wie heißt es schon: Wer übt, ist feige oder fällt den Kollegen in den Rücken. In diesem Sinne: Morgen mehr!

Vorbereitung abgeschlossen

12 März 2014

Die Vorbereitungen für die Aufnahmen zur "Ein Lied von Freiheit"-CD sind abgeschlossen. Gestern und heute haben uns ein wenig die Tempospuren in Atem gehalten: Die von mir mit meiner Software erzeugten Dateien wollten mit der Studiosoftware zunächst nicht kompatibel sein. Wenn man aber den Trick erstmal raushat, kann man den Computer zwingen, das zu tun, was man will, und mit ein, zwei Zwischenschritten haben wir es nun geschafft, meine komplette Vorproduktion inklusive aller programmierten Tempi, Rhythm Changes etc. in das System im Studio einzupflegen. Wir haben auch schon ein paar sehr hübsche Keyboard-Sounds ausgesucht, so dass wir nun endlich mit den eigentlichen Aufnahmen loslegen können! Diese Woche spielen meine Frau und ich sämtliche Tasteninstrumente für die 6-Track-EP ein. Los geht es morgen mit den Keyboards, bevor am Freitag das Klavier auf dem Programm steht. Ein paar visuelle Eindrücke aus dem Studio gibt es bei Facebook).

CD-Vorproduktion

10 März 2014

Die heiße Proben- und Tourphase mit Jan Ammann und seinem "Farbenblind"-Programm ist erstmal vorbei; ab dieser Woche geht es ins United Sound Studio in Gelsenkirchen, um die "Ein Lied von Freiheit"-CD zu produzieren. Diesen Prozess möchte ich in diesem Blog (und parallel auf Facebook) dokumentieren. Gehen wir also einfach ins Studio und legen los? Natürlich nicht. Wann immer Zeit war, habe ich in den letzten Wochen die Aufnahmen vorbereitet und mich um die sogenannte Vorproduktion gekümmert. Und was genau passiert da? Sämtliche (mit dem PC und Sample-Klängen erstellten) Demos, die ich nach dem Komponieren meiner Rockoper den Sängern und Musikern zum Einstudieren angefertigt habe, habe ich überarbeitet, Änderungen, die wir bei den Live-Shows vorgenommen haben, eingepflegt, Tempi angepasst und einen Click Track hinzugefügt (eine Art Metronom, das das Tempo vorgibt und es ermöglicht, Instrumente nacheinander aufzunehmen bzw. Stellen, an denen Fehler passiert sind, auszubessern). Anschließend habe ich jede Instrumentenspur und den Click Track einzeln als Audiodateien exportiert, um sie anschließend wieder in die Software Cubase, mit der wir im Studio aufnehmen werden, einzupflegen. Nun kann jeder Musiker zu den vom Computer erzeugten Klängen seine Parts einspielen und so die synthetisch erzeugten Klänge Stück für Stück durch die echten Aufnahmen ersetzen. Soweit die Vorbereitung von mir; Toningenieur Wolfgang Schindler muss dann noch Tempospuren programmieren (denn in den seltensten Fällen halte ich einen kompletten Song in ein und demselben Tempo durch, da finde ich den einen oder anderen Wechsel immer spannender...) - und dann kann es losgehen! Fortsetzung folgt...

Farbenblind

22 Februar 2014

Ist es schon wieder soweit... Drei Monate lang habe ich das neue Konzert-Programm von Jan Ammann arrangiert, einstudiert und vorbereitet. Meine ersten Berührungspunkte mit dem Projekt liegen sogar noch länger zurück, da ich im Frühjahr 2013 einige Klaviertracks für das "Farbenblind"-Album eingespielt habe. Jetzt liegt die einwöchige Probenphase mit Band und Sängern hinter und, und morgen ist schon Premiere. Wahnsinn, wie schnell das immer geht! Und ab Montag warten dann schon wieder die nächsten Aufgaben... Bei aller Abwechslung, die meine zahlreichen unterschiedlichen Aktivitäten und Verpflichtungen mit sich bringen (und die ich brauche, sonst würde mir sehr schnell langweilig), ist es doch auch einmal ganz schön, sich für eine Woche im Probenraum einschließen und nur auf ein einziges Projekt fokussieren zu können. Ich freue mich sehr darüber, diese (wie ich glaube) vom Repertoire, der Atmosphäre und dem Konzept her ganz besondere Tournee aktiv an Tasten, Saiten und Mikro miterleben und -gestalten zu können, anstatt "nur" als Musical Director während der Proben meinen Senf dazuzugeben, was unsere hochkarätige Band spielt, und nach dem Premierenabend die Truppe ihrer Wege ziehen zu lassen. Es war eine intensive, teils sehr anstrengende, aber immer wieder auch beglückende Vorbereitungsphase, und nun freuen wir uns alle darauf, morgen im Ebertbad auf die Bühne zu gehen, dieses Programm live zu spielen und die Reaktionen des Publikums, auf die wir sehr gespannt sind, zu erleben. Auf diesem Weg von meiner Seite ein kräftiges toi, toi, toi an alle Mitwirkenden! Ich genieße diese musikalische Reise mit Euch!

London

05 Februar 2014

Gerade war ich mal wieder ein paar Tage in London. Nicht nur, weil ich diese verrückte, schräge, laute, chaotische Stadt mit ihrem Nebeneinander von weltstädtischer Offenheit und Vorort-Kleinbürgerlichkeit, modernster Architektur und historischer Bausubstanz, pulsierender Metropole und Inselmentalität liebe. Nein, hin und wieder muss ich mir dort auch mal wieder die Extradosis Musical im West End abholen, um mich daran zu erinnern, warum ich diesen Beruf ausübe. Weil ich es mag, wenn sich auf so engem Raum derart viele Theater konzentrieren, dass man auf Schritt und Tritt über irgendeine andere berühmte Spielstätte stolpert. Weil in diesen oft altehrwürdigen, teils über 100 Jahre alten Gebäuden alle, wirklich alle großen britischen (und oft auch internationalen) Schauspieler und/oder Sänger aufgetreten sind (empfehlenswert sind die erfreulicherweise in allen Programmheften abgedruckten Kapitel über die Historie des jeweiligen Theaters) und ihre Spuren in der Atmosphäre dieser Häuser hinterlassen haben. Weil in London noch Musicals gezeigt werden, die vom ausschließlichen, seichten Mainstream-Unterhaltungsformat abweichen, von dem das Genre in Deutschland durch alle großen Produzenten geprägt wird. Natürlich gibt es auch im West End reine Unterhaltungsshows, Jukebox-Musicals und die x-te Adaption eines erfolgreichen Kinofilms, aber eben nicht nur. Es gibt auch freche, kleinformatige, mutige, anspruchsvolle Stoffe, die hierzulande kaum eine Chance hätten. So habe ich "Once", eine kleine, dramaturgisch und musikalisch ebenso ungewöhnliche wie erfrischende und herzerwärmende Show, sehr genossen (ja, auch hier diente der gleichnamige Independent-Film mit Oscar-gekrönter Musik als Vorlage, aber das Musical ist eine sehr eigenständige und vor allem hervorragende Adaption, kein schnell zusammengeschusterter Abklatsch). Auch das neue Musical von Andrew Lloyd Webber, "Stephen Ward", ist ein erfreulich anspruchsvolles, unkommerzielles, dabei aber trotzdem gut unterhaltendes Werk. Auch wenn Lloyd Webber von den internationalen Kritikern und selbst ernannten "Fachleuten" wohl wieder, wie üblich, vernichtet werden wird - aber das ist ein Thema für einen eigenen Blog-Eintrag. Letztlich stellt sich mir, wie nach jedem London-Besuch, eine Frage: Wie schaffen die Theater dort es, bei gleichem Produktionsaufwand (und meist größerem Orchester) bei gleichzeitig kleinerer Sitzkapazität die Preise auf einem Niveau zu halten, das sich im Schnitt bei der Hälfte der Kosten für ein Musicalticket in Deutschland bewegt? Sogar die Programmhefte sind deutlich günstiger... Auch diese Faktoren tragen mit dazu bei, dass man den Eindruck gewinnt, im West End gehe es (bei aller Kommerzialität, die natürlich auch für Londoner Musicalproduktionen gilt), zumindest noch ein bisschen mehr um die Kunst und weniger um den Profit als hier. Man wird ja noch träumen dürfen...

Dank

28 Januar 2014

Die erste Tour des Jahres wäre dann auch bereits gelaufen: Vier Termine mit dem Programm "Hollywood Nights" haben wir vor vollen Häusern in Ennepetal, Essen, Wien und Rheinberg gespielt, und neben aller Spielfreude hat uns auch an jeder der Tourneestationen die Begeisterung des Publikums getragen. Danke an die Solisten Annika Firley, Maya Hakvoort, Andreas Bieber, Alexander Klaws und Mark Seibert; danke an die großartige Band mit Marina Komissartchik (Klavier), Hannes Kühn (Drums), Rolf-Dieter Mayer (Bass) und Matthias Plewka (Drums): Es war mir wieder einmal ein Fest, mit Euch allen zusammen Musik zu machen! Danke auch an unseren Veranstalter Andreas Luketa für die Möglichkeit, mit so einem schönen Programm auf Tour zu gehen. Ich freue mich jetzt schon auf eine Fortsetzung. Doch bis dahin: Auf zu anderen Projekten!

Zeit...

24 Januar 2014

Tja, da ist der Januar schon fast wieder rum, ohne dass ich es geschafft hätte, einen Blog-Eintrag zu schreiben. Das liegt daran, dass das Jahr 2014 direkt mit Volldampf gestartet ist: Zu den Arbeiten an den Live-Arrangements für Jan Ammanns neue Solotour "Farbenblind" und der Vorbereitung der "Hollywood Night"-Konzerte (deren letztes auch schon jetzt am Sonntag ansteht) kam die Arbeit an einem spannenden Projekt, das im Moment noch nicht spruchreif genug ist, um veröffentlicht zu werden. Näheres zu gegebener Zeit... jedenfalls ist es eine schöne Entwicklung, dass über die Jahre durch kontinuierliche Arbeit geknüpfte Kontakte sich nun auch anfangen, auszuzahlen. Das macht sich auch in einer stetigen Zahl von Anfragen bemerkbar, von denen ich längst nicht mehr alle wahrnehmen kann. Außerdem will ja auch noch Zeit gefunden werden, um die Zukunft der Rockoper "Ein Lied von Freiheit" zu planen. Die ersten neuen Spieltermine gibt es mittlerweile, und auch das Vorhaben einer CD-Produktion nimmt langsam konkrete Gestalt an. All diese Aktivitäten führen natürlich dazu, dass mal wieder einiges liebenbleibt - Papierkram, die Pflege meiner Website, lange aufgeschobene Aufgaben, die nun noch ein bisschen länger werden warten müssen. Ich liebe meinen Job und freue mich darüber, dass es im Moment gut läuft, also will das Eisen geschmiedet sein, solange es heiß ist. Falls jemand den 36-Stunden-Tag erfindet: Ich nehme ein Jahresabo.

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