Album-Update

17 Februar 2021

Geschafft! Alle Songs fürs neue Album sind fertig geschrieben und von mir als Demos aufgenommen. Jetzt sind die Kollegen dran, bevor es ans Abmischen und Mastern geht. 14 Songs gehen in die Produktion, ob alle letztendlich auf der Platte landen, entscheidet sich noch, aber im Moment gehe ich davon aus. Da ich ein Verfechter des Albumformats bin, sehe ich keinen Grund, den Umfang zu limitieren, wenn der Bogen, den ich mit den Songs erzählen will, alle 14 Lieder zulässt. Da ich übrigens bei Beantragung des NRW-Künstler-Stipendiums, mit dessen Hilfe ich die Produktion finanziere, versprochen habe, das Publikum über den Arbeitsprozess auf dem Laufenden zu halten, und im Gegensatz zu so manchem Politiker ein totaler Fan davon bin, mein Wort zu halten, beschreibe ich an dieser Stelle mal, wie wir das Album im Social-Distance-Modus Stück für Stück zusammenbauen:
Zuerst kommt natürlich das Songwriting. Ich hatte, bevor der ganze Corona-Trubel losging, bereits eine Wunsch-Tracklist für ein mögliches Band-Album zusammengestellt mit Songs, die bisher unveröffentlicht, aber live erprobt waren. Die Pandemie änderte vieles, ohne das Stipendium wäre einerseits das Album finanziell nicht mehr stemmbar gewesen, andererseits habe ich aber auch einen Kreativschub erhalten und so viele neue Lieder geschrieben wie seit langem nicht mehr. Die sollten natürlich auf die Platte, so dass einige der eigentlich geplanten älteren Songs ihren Platz auf der Liste wieder räumen mussten. (Aufgeschoben ist ja aber bekanntlich nicht aufgehoben.) Mit dem Stand von heute sind fünf ältere Lieder übrig geblieben, ergänzt durch neun brandneue Songs.
Da ich mit meiner Band derzeit nicht wie gewohnt im Probenraum arbeiten kann, nehme ich jeden Song bei mir zu Hause zunächst als Demo auf, das heißt, nur Gesang plus entweder Klavier oder Gitarre, je nachdem, auf welchem Instrument ich den jeweiligen Titel geschrieben habe. Anschließend baue ich durch Gitarrenoverdubs und virtuelle Instrumente darum herum ein komplettes Bandarrangement, das meinen Kollegen die Richtung vorgibt, in die die Nummer gehen soll. Wichtig ist dabei, dass sie zwar eine grobe Orientierung und Anregungen erhalten, aber immer noch genug kreativen Freiraum für ihre Parts haben, denn der kollektive Input aller beteiligten Musiker ist genau das, was ich an der Arbeit mit einer Band schätze. Alles haarklein vorzugeben habe ich jahrelang im Musicalbereich praktiziert, und da geht es auch meist nicht anders, aber bei meinen eigenen Songs sollen Kreativität und Spielfreude im Vordergrund stehen. By the way: Im Laufe der nun seit gut einem halben Jahr andauernden Vorproduktion des Albums (ich kann ja nur in begrenztem Umfang daran arbeiten, wenn meine Brotjobs mir die Zeit dafür lassen) habe ich so einen Spaß an der großen Spielwiese meines Heimstudios bekommen, dass die Band-Demos immer detaillierter geworden sind. Eine schöne, aufregende neue Erfahrung und Herangehensweise.
Wenn die Demos fertig sind, spielt jeder Musiker bei sich zu Hause seine Beiträge ein und schickt mir anschließend die fertigen Spuren. Die baue ich dann in das Projekt ein und tausche die echten Instrumente gegen die programmierten aus dem Demo aus. Bei Schlagzeug und Bass ist das relativ einfach, da die Kollegen Matthias Plewka und Manuel Blase mir in der Regel nur einen Take schicken. Bei den Gitarren kommt noch die Qual der Wahl hinzu: Julian Rybarski macht sich immer sehr viele Gedanken, geht oft weit über das hinaus, was ich in den Demos anlege, und schickt eine Vielzahl von Vorschlägen und Varianten, die ich meistens alle mag. So darf ich dann (was für einen erklärten Gitarrenfan wie mich eine wahre Freude ist) all die Gitarrenspuren sichten, sortieren, editieren und in das Klangbild einbauen. Zur Erinnerung: Die Vorgabe war, ein Rockalbum zu machen, eine Gitarrenplatte, und dieses Ziel werden wir definitiv erreichen.
Wenn alle Aufnahmen eingebaut sind, nehme ich in der Regel ein paar Overdubs auf: Den Gesang in sauber (wobei ich die finalen Versionen Anfang März nochmal unter richtigen Studiobedingungen einsingen werde, da ich weder ein hochwertiges Gesangsmikro besitze noch die entsprechende schallisolierte Umgebung habe), hier und da eine zusätzliche Gitarre (siehe oben!), vor allem aber bei Bedarf noch ein paar Keyboards wie Orgeln, Synthesizer, Streicherflächen. Und dann geht es ans Abmischen, was für mich komplettes Neuland ist, aber hier habe ich kompetente und hilfsbereite Unterstützung durch in dieser Hinsicht erfahrenere Kollegen wie Matthias oder unseren Live-Tonmagier Christian Regniet. Diese Aufgabe wird mich nun in den kommenden Wochen primär beschäftigen. Wir wollen diesmal soviel wie möglich selber machen, bevor dann als letzter Schritt natürlich alle Lieder nochmal extern gemastert (und davor bei Bedarf final abgemischt) werden.
Soweit der Plan - drückt uns die Daumen, dass alles läuft wie es soll und das Album im Juni fertig sein wird! Einen ersten Appetizer gibt es sehr bald. Stay tuned, denkt positiv, bleibt negativ und so weiter! Music will be back!

Mea culpa

15 Februar 2021

Da hat man nach Monaten ganz ohne Termine (höchstens Absagen ebensolcher) mal einen Gig und vergisst, ihn hier auf die Website zu stellen... Ich entschuldige mich bei meinen lieben Kolleg*innen, mit denen ich gestern das Streaming-Konzert "Be my Valentine" aus dem KatiElli-Theater bestritt. In den Social Media-Kanälen habe ich dafür zwar Werbung gemacht, aber den Termin hier auf meine eigene Homepage zu setzen, das ist mir total durchgegangen. Sorry auch an alle, die mir nicht auf Facebook oder Instagram folgen, aber jeden Tag voll gespannter Erwartung hier auf meine Seite schauen. (Falls es Euch gibt, danke dafür.) Seltsame Zeiten, in denen man vor lauter Kampf ums wirtschaftliche Überleben die wichtigen Dinge des (Berufs-)Lebens komplett verpeilt. Hoffen wir, dass irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft das (kulturelle) Leben wieder seinen geregelten Gang gehen darf und ergo etwas Ruhe und Normalität einkehrt... Bleibt gesund und habt Euch lieb.

Viel passiert

13 Januar 2021

Zu Beginn des neuen Jahres möchte ich Euch an dieser Stelle kurz auf den aktuellen Stand bringen, was meine musikalischen Projekte angeht. Es tut sich viel, ich beschäftige mich so intensiv auf mehreren Ebenen mit meiner eigenen Musik wie lange nicht mehr und genieße das - ein willkommener Ausgleich für den Druck, unter den aktuellen Bedingungen und angesichts der vollkommen unzureichenden "Hilfsmaßnahmen" der Regierung als Musiker seinen Lebensunterhalt bestreiten zu müssen.
Gemeinsam mit Dirk Schattner habe ich, ermöglicht durch das Stipendium der Stadt Gelsenkirchen, die Arbeit an einem neuen Musical begonnen. Wir haben nun fünf Lieder in ersten Fassungen fertig, die als vollständig instrumentierte, von mir eingesungene Demos vorliegen und den musikalischen und stilistischen Ton für das neue Stück definieren. Eine wichtige Vorarbeit, und die ersten Reaktionen sind vielversprechend. Wir werden diesen Weg weiterverfolgen und mit diesen ersten Songs im Rücken dieses Musical weiterentwickeln. Parallel dazu arbeiten wir aber auch an der neuen Fassung unseres 2016 in Bayreuth in einer ersten Fassung ausprobierten "Friedelinds Wahnfried". Es gibt eine neue inhaltliche und personelle Ausrichtung, ein paar neue Lieder und einen neuen Titel. Unser Plan ist, in diesem Frühjahr zunächst (sofern die Corona-Bedingungen es zulassen) ein internes Reading durchzuführen, um das überarbeitete Material zu testen, und dann das Stück Theatern und Produzenten vorzustellen. Mehr zu beiden Musicalprojekten dann hier zu gegebener Zeit. ;-)
Gleichzeitig arbeite ich natürlich weiter an meinem neuen Album und konzipiere das Bühnenprogramm für meine Band und mich, das wir irgendwann, wenn Live-Konzerte wieder möglich sind, für Euch spielen wollen. Dafür überarbeite ich auch ein paar ältere Songs und verpasse ihnen neue Bandarrangements. Für die CD sind derzeit sieben Songs aufgenommen, weitere sind in Vorproduktion. Gleichzeitig entstehen immer noch neue Songs. Wie viele letztendlich auf dem Album landen werden, wird sich zeigen. Aktuell stellen wir Bildmaterial aus unseren jeweiligen Heimstudios für ein Video zusammen, mit dem wir bald einen Vorboten der Platte veröffentlichen wollen. Es geht also weiter. Bis dahin: Bleibt gesund!

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