Vaterland

Die Nacht fällt schwer wie Blei,
läßt alle Ängste in mir frei.
Wer weiß, was der Morgen für uns bringt?
Ich erkenne mich selbst nicht mehr,
ein Teil in dem großen Heer,
das munter Schlachtenlieder singt.

Sag' mir, wie weit sind wir gekommen?
Welche Wendung hat unser Leben genommen?
Wer hat verursacht diese Not?
Es fehlt an Liebe, es fehlt an Brot.
Ist denn das letzte Ziel
für jeden in diesem Spiel
nur noch der Tod?

Ich kenne dich nicht mehr, mein Vaterland.
Sieh', wieviel Blut klebt schon an deiner Hand!
Die Gerechtigkeit
ist unendlich weit.
Die Nächstenliebe wird verbannt.
Haß und Gewalt haben dein Herz verbrannt.
Du bist mir unbekannt,
mein Vaterland.

Sag' mir, an welchem Punkt wir stehen!
Welchen Kreuzweg muß ich noch wegen dir gehen?
Wer hat dir das nur angetan?
Alles ist grausam und inhuman.
Wird einmal Frieden sein?
Steh' ich wirklich ganz allein
in diesem Wahn?

Ich kenne dich nicht mehr, mein Vaterland...

Ich seh' dich untergeh'n, mein Vaterland.
Du stehst schon mit dem Rücken an der Wand.
Und im Flammenrot
liegst du da wie tot.
Du hast zum Scheitern dich verdammt.
Was morgen sein wird, liegt in deiner Hand.
Du bist mir unbekannt, mein Vaterland.
Du bist mir unbekannt, mein Vaterland.

Text & Musik: Mario Stork © 1999 by Mario Stork