Leise sein

Die Echos uns'rer Schreie bröckeln wie Putz von den Wänden.
Die Ohren dröhnen noch, als sei ein Zug hindurchgefahr'n.
Wieder einmal nicht geschafft, die Ruhe zu bewahr'n.
Ernüchterung mit kalten Händen.

Ist uns're Zeit nicht laut genug?
Alle brüllen, alle zetern um die Wette.
Wer sich hörbar macht, bestimmt die Etikette.
Meinst du nicht, dafür sind wir zu klug?

Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.
Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.
Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.
Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.

Was wir gemeinsam haben, ist viel zu schön zum Zerschreien.
Wir hatten uns geschwor'n, so gehen wir nicht mit uns um.
Wut macht klein und Wut macht krank und Wut macht einfach dumm.
Ich bitte dich, mir zu verzeihen.

Ist uns're Welt nicht laut genug?
Überall fiept uns die Technik um die Ohren.
Wer nicht laut ist, hat von vornherein verloren.
Komm, ich weiß, dafür sind wir zu klug.

Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.
Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.
Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.
Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.

Laß uns reden, laß uns flüstern
und von mir aus diskutier'n,
aber bitte nie mehr wieder
so die Contenance verlier'n.

Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.
Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.
Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.
Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns leise sein.
Laß uns nicht mehr schrei'n, laß uns…

Text & Musik: Mario Stork © 2008-2010 by Mario Stork