Kopfkrank

Schon zum Frühstück schalte ich sehr gern das Fernsehen an,
denn das ist für mich die beste Diät,
weil bei dem, was dem Zuschauer da vorgesetzt wird,
mir jeder Anflug von Appetit vergeht.
Auf einem Sender keifen sich zwei Teenies an,
denn beide hatten Sex mit ihrem Ex.
Im zweiten heult sich Sissi wieder mal die Augen aus,
daß das Schmalz nur so auf den Teppich kleckst.

Im dritten blubbt so'n Mädel munter vor sich hin
und sagt mir an, wo ich geholfen werd'.
Und dann merk ich, daß ich ewiggestrig bin,
weil schön und blöd zu sein sich heute gehört!

Das ist kopfkrank.
Alles kopfkrank.
Die sind kopfkrank.
Völlig kopfkrank.

Und im Abendfernseh'n kriegst du dann das volle Programm,
alles, was ein leeres Hirn so begehrt.
Alles wird wiederholt, bereits zum tausendsten Mal,
auch wenn der Film auf die Müllhalde gehört.
Im nächsten Sender zeigen sie uns Volksmusik,
ach nein, was ist die Welt doch wieder schön!
Auf den Privaten läuft wie immer Horror, Sex and Crime,
so hat jeder Hirni auch was zu seh'n.

Dann schließlich kommt der Höhepunkt der Folter dran
mit Dschungelekel und den Superstars,
Container und Comedy für jedermann,
schalt den Verstand ab und du hast deinen Spaß!

Das ist kopfkrank...

Das Fernseh'n sorgt für unser Freizeitglück
und versetzt uns in die Steinzeit zurück.
Die alle müßten doch vor Schmerzen schrei'n,
soviel Dummheit muß doch schrecklich schmerzhaft sein!
"Hilfe, wir verblöden!" ist die Losung hier.
Fernbedienung, Pizza, Chips und Flaschenbier.
Ob ich wohl schon viereckige Augen hab'?
Ich schalt' nicht mehr um, jetzt schalt' ich nur noch ab!

Das ist kopfkrank...

(Refrain instrumental)

Kopfkrank!

Text & Musik: Mario Stork © 2003 by Mario Stork