Hast du mich gesehn

Ja, da gibt es viel zu sagen,
zu beklagen, auszutragen,
doch das sind nicht meine Fragen,
die werden von den anderen gemacht.

Ein jeder fühlt sich aufgebracht
und schreit nach Strafe, dass es kracht.
Hey, zeig mir den Weg aus dieser Nacht,
wie man nach so was jemals wieder lacht.

Hast du mich gesehn,
wirklich mich gesehn?
Warum fasst du mein Leben dann so an?
Hast du mich gesehn?
Muss dass so geschehn,
dass ich mich nicht vor deinem Zugriff retten kann?

Ja, da gibt es viel zu sagen,
zu beklagen, auszutragen,
doch da helfen keine Klagen,
wenn meine Seele mal zerbrochen ist.

Auch keine Reden von Gefängnis
oder krankhafter Bedraengnis.
Weder Schuld noch Eingeständnis
führen mich heraus aus dieser Finsternis.

Hast du mich gesehn,
wirklich mich gesehn?
Dann sag mir, wie sowas geschehen kann.
Hast du mich gesehn,
nicht nur dich gesehn,
und alles, was aus mir noch werden kann?

Viel zu viele offne Fragen,
ein Bewusstsein von Versagen
und keine Rettung ist in Sicht.
Ist das Kind einmal zerschlagen,
sind zu spät die ganzen Klagen.
Dies eine nur, vergiss das nicht:

Kannst du mich noch sehn,
wirklich nach mir sehn,
dann sieh mich tief und fest und ehrlich an.
Und du, versprich mir dann,
so dass ich's glauben kann,
sowas lässt du nie mehr an ein Kind heran,
nie mehr an uns Kinder ran.

Text: Dirk Schattner, Musik: Mario Stork
© 2015 by Dirk Schattner & Mario Stork