Für Stephan

Ich seh' uns beide noch, als wär' es noch gar nicht lange her,
wie wir spielten, wie wir sangen, nichts war sinnlos, nichts war schwer.
Wir hüteten uns're Träume wie uns'ren größten Schatz.
In unserer Welt war für Träume noch Platz.

Wir haben die Straßen von Wien, Köln und Hamburg unsicher gemacht.
Wir haben nächtelang geredet und getrunken und gelacht.
Wir brauchten niemals viele Worte, um uns richtig zu versteh'n.
Zwei Gitarren, ein paar Lieder, und das Wunder war gebor'n,
und wir hatten uns in der Musik vergessen und verlor'n,
und wir wußten, was wir träumen, kann gescheh'n.

Du hast dich nie belogen.
Du hast dich nie verbogen.
Du hast noch gewußt, dieses Leben zu lieben.
Du bist immer Mensch geblieben.
Du konntest noch aufrecht stehen.
Du konntest noch g'rade gehen.
Du hast immer deine Meinung offen ausgesprochen.
Du hast nie dein Wort gebrochen.
Und ich wußte, auch wenn alles aussichtslos scheint,
egal was passiert, du bist mein Freund.

Wir haben die Lehrer in der Schule gern um den Verstand gebracht
und haben uns aus ihren Regeln und den Sprüchen nichts gemacht.
Wir haben uns auch nie um and'rer Leute Meinungen geschert.
Wir war'n jung, wir waren frei, das Leben schien endlos zu sein.
Uns're Träume waren groß und auch die Hoffnungen nicht klein.
Uns're Tage waren hell und unbeschwert.

(Refrain instrumental)

Mir fiel der Hörer beinah' aus der Hand,
als dieser Anruf kam.
Plötzlich fühlte ich mich ausgebrannt,
betäubt, entleert und lahm.
Es war ein Autounfall hieß es,
man habe dich einfach überfahren.
Auf einmal war dein Leben ausgelöscht
nach nur einundzwanzig Jahren.
Jetzt steh' ich vor dem schwarzen Loch,
in dem sie dich vergraben.
Zerstört die Pläne, die wir doch
uns vorgenommen haben.
Das kann ich nicht verzeihen,
der Taxifahrer sei verflucht,
der von der Fahrbahn abkommt,
nur weil er sein Handy im Handschuhfach sucht.

Weiß nicht, wohin mein Weg mich führt, wenn ich an der Reihe bin,
doch da du zweifellos im Himmel bist, will ich auch dorthin.
Und wenn es dort oben Gitarren gibt, schließ sie schon mal an.
Einmal spielen wir wieder zusammen - irgendwann.

Text & Musik: Mario Stork © 2003 by Mario Stork