Das Lied vom Loch im Socken

Du sagst, schreib mal was Schönes,
sei mal nett, sei mal lieb,
nicht immer nur dein Sarkasmus,
Zeitkritik, Seitenhieb.

Du sagst, schreib doch mal lustig,
andre können's doch auch.
Da klopft man sich auf die Schenkel
und man hält sich den Bauch.

Also bitte, ich will's mir mit dir nicht verscherzen.
Jetzt schreibe ich ein Lied, das geht allen zu Herzen.

Dies ist das Lied vom Loch im Socken,
dies ist das Lied vom Stein im Schuh,
von Buttermilch und Haferflocken,
von Nasenbär und Kakadu,
ein Lied, das zwar niemanden wirklich int'ressiert,
das dafür aber auch niemanden deprimiert.

Was du suchst, kannst du täglich
nach der Tagesschau seh'n,
da jodeln die Musikanten
stets bis dreiviertel zehn.

Dieser Mutantenstadl,
du, da pfeife ich drauf,
die Finger- und Zehennägel
roll'n sich mir dabei auf.

Aber bitte, ich will's mir mit dir nicht verderben.
Als Opium für's Volk darf die Gaudi nie sterben.

Dies ist das Lied vom Loch im Socken,
dies ist das Lied vom Stein im Schuh,
von Buttermilch und Haferflocken,
von Nasenbär und Kakadu.

Dieses Lied kann niemand wirklich gebrauchen,
es ist sinnlos, zweckfrei und schal.
Könnte man es wenigstens in der Pfeife rauchen!
Aber es schmeckt nicht einmal.

Dies ist das Lied vom Loch im Socken,
dies ist das Lied vom Stein im Schuh,
von Buttermilch und Haferflocken,
von Nasenbär und Kakadu.

Dies ist das Lied vom Zeittotschlagen,
dies ist das Lied vom Regenwurm,
von Niederschlag und Sonnentagen,
von Donnerblitz und Hagelsturm,
ein Lied, das zwar niemanden wirklich int'ressiert,
das dafür aber auch niemanden deprimiert.

Nur mich.

Text & Musik: Mario Stork © 2005 by Mario Stork