Bitterzart

Und da ist diese tiefe Traurigkeit in dir.
Aus dem Spiegel spricht ein fremdes, ausgebranntes Tier.
Dich umgibt eine unkonkrete Watte-Welt.
Fühlst dich fremd hier, wie nicht abgeholt, nicht mal bestellt.

Und du stehst jeden Tag auf's Neue deinen Mann.
Bist verzweifelt, weil man Träume halt nicht essen kann.
Doch da war dieser Funke, ja, das weißt du noch.
Nebel schmelzen und ein Hoffnungsstrahl erreicht dich doch.

Und du drückst den Rücken durch, drehst dein Gesicht in den Orkan,
steuerst durch das Meer aus Egoismus, Neid und Größenwahn.
Und solang ein vager Mut auf deinem Schiff das Ruder führt,
bist du noch am Leben, bist ein Mensch, der atmet, glüht und spürt.

Und du taumelst durch das Leben,
fällst mal weich, zerschellst mal hart,
und dir bleibt in diesem Reigen
keine Kollision erspart.
Doch gepanzert durch dein Streben
mit naivem Herz gepaart,
heißt du bange Mahner schweigen,
läßt die Welt dir Wunder zeigen -
bitterzart.

Und die Zeit flieht in wirren Kreisen, planlos, stumm.
Immer schneller tanzt das Karussell um dich herum.
Und du spürst, du willst nur noch aussteigen und geh'n,
ohne Richtung, ohne Plan, nur weg, was and'res seh'n.

Und die Welt irrlichtert weiter, ohne Netz im freien Fall.
Niemand weiß, wie lang das gutgeht, bis zum letzten großen Knall.
Doch solang ein vager Mut in all dem Wahnsinn standhaft bleibt,
bist du noch am Leben, ganz egal, wohin der Strom dich treibt.

Und du taumelst durch das Leben…

Bitterzart.
Bitterzart.
Bitterzart.

Text & Musik: Mario Stork © 2011 by Mario Stork